1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Zusammen besser aufpassen
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Finanzaufsicht in Europa IW-Nachricht 23. September 2009

Zusammen besser aufpassen

Die Europäische Kommission hat sich auf ein Modell zur Finanzaufsicht geeinigt. Zwei neue Institutionen – der Ausschuss für Systemrisiken (ESRS) und das System für die Finanzaufsicht (ESFS) – sollen die Zusammenarbeit der nationalen Aufsicht verbessern und die Beaufsichtigung verschärfen. Ob das gut so ist, wird sich zeigen müssen.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Eine Schwäche der Aufsicht in der Finanzkrise war die mangelnde internationale Koordinierung der zuständigen Institutionen. Schon vor der Krise haben die Behörden zwar zusammen gearbeitet, allerdings hatte dies einen eher informellen und hauptsächlich beratenden Charakter. Die jetzt zu schaffenden Institutionen sollen mehr Kompetenzen bekommen: Sie dürfen selbst Vorschläge für technische Standards entwickeln, so dass sich das Aufsichtrecht einheitlich besser umsetzen lässt. Sie sollen ferner Meinungsverschiedenheiten beilegen und im Krisenfall – der typischerweise eine internationale Dimension haben wird – koordinieren.

Die beiden Institutionen ESRS und ESFS sollen arbeitsteilig vorgehen: Bei der Mikroaufsicht durch die ESFS geht es um die Beaufsichtigung der einzelnen Finanzinstitutionen (bspw. Banken, Versicherungen etc.) und Wertpapiermärkte. Der Ausschuss für Systemrisiken (ESRS) widmet sich Fehlentwicklungen, die beim Blick auf einzelnen Institutionen zunächst unbedenklich scheinen, die aber problematisch sind, wenn sie von vielen Banken synchron umgesetzt werden. Wenn beispielsweise eine Bank zu riskante Wertpapiere verkauft, dann ist das für sich genommen nicht unlogisch; es ist aber verheerend, wenn es alle gleichzeitig machen: Die Preise fallen dann ins Bodenlose oder der Markt friert ganz ein. Gerade die Blindheit gegenüber den Systemrisiken wurde zuletzt als Schwäche erkannt.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Phillipskurve und fiskalische Dominanz der Geldpolitik – Was treibt die Inflation?
Michael Hüther / Thomas Obst IW-Kurzbericht Nr. 57 4. Juli 2022

Phillipskurve und fiskalische Dominanz der Geldpolitik – Was treibt die Inflation?

Die Phillipskurve zeigt in den letzten beiden Jahren wieder einen negativen Zusammenhang, was die Frage nach den Inflationstreibern und der Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale stellt. Doch wie effektiv können Zentralbanken die hohen Inflationsraten bekämpfen und ...

IW

Artikel lesen
Markus Demary IW-Nachricht 10. Juni 2022

Inflation: Zinswende mit enormer Verspätung

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Inflationsentwicklung unterschätzt. Bei einer Inflationsrate von acht Prozent sind Negativzinsen nicht mehr zu rechtfertigen. Nun hat die EZB beschlossen, den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte anzuheben. Gegen hohe Preise ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880