1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Kleinerer Bundestag: 103 Abgeordnete weniger, 125 Millionen Euro gespart
Zeige Bild in Lightbox Blick von der Besuchertribüne auf den halbgefüllten Plenarsaal im Deutschen Bundestag
Statt 733 werden im neuen Bundestag nur 630 Abgeordnete vertreten sein. (© Sean Gallup / Getty Images)
IW-Nachricht 20. Februar 2025 Tobias Hentze / Björn Kauder

Kleinerer Bundestag: 103 Abgeordnete weniger, 125 Millionen Euro gespart

Bei der kommenden Bundestagswahl greift erstmals ein neues Wahlrecht, das Parlament schrumpft damit wieder auf Normgröße. Davon profitieren auch die Steuerzahler, wie Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen: Jährlich spart der Bund dadurch eine dreistellige Millionensumme.

Erst im vergangenen Sommer hatte das Bundesverfassungsgericht die Reform des Wahlrechts bestätigt, die von der Ampel-Koalition auf den Weg gebracht wurde. Demnach fallen Überhang- und Ausgleichsmandate weg, der Bundestag schrumpft von 733 auf 630 Abgeordnete. Am Sonntag wird erstmals nach dem neuen System gewählt.

Eingesparte Diäten machen nur wenig aus

Seit Jahren war angeprangert worden, dass der Bundestag immer weiter wächst. Die Reform soll den Unmut nun einfangen – und entlastet zugleich den Bundeshaushalt spürbar: Nach IW-Berechnungen stehen etwa 125 Millionen Euro weniger zu Buche.

  • Die Diäten der Abgeordneten machen nur einen kleinen Teil der Ersparnis aus. Bei 103 Abgeordneten, die wegfallen, entsprechen sie gerade einmal 13 Millionen Euro. 
  • Der größte Posten sind die Einsparungen bei den Mitarbeitergehältern der Abgeordneten, sie belaufen sich auf rund 44 Millionen Euro. Auch die Geldleistungen an die Fraktionen könnten um bis zu 20 Millionen Euro sinken – abhängig davon, wie viele Fraktionen in den Bundestag einziehen.
  • Dazu kommen Einsparungen für Reisen oder Büroausstattung. Bei den Gebäuden bleibt der Effekt dagegen gering. Und auch in der Bundestagsverwaltung dürfte sich vorerst wenig verändern.

Symbolische Wirkung

Zwar sind 125 Millionen Euro weit davon entfernt, die drängenden Probleme in diesem Land zu lösen – wie den Investitionsstau, den Umbau der Energieversorgung, den wachsenden Verteidigungsbedarf. Dennoch sollte man die symbolische Wirkung nicht unterschätzen: „Die Politik stellt unter Beweis, dass sie auch bei sich selbst zu Einschnitten bereit ist“, sagt IW-Haushaltsexperte Tobias Hentze. „Für die politisch herausfordernden nächsten vier Jahre kann das ein gutes Vorzeichen sein.“ 
 

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Mitarbeiterin Öffentlicher Dienst am Desktop-Computer arbeitend.
IW-Kurzbericht Nr. 58 1. September 2026 Björn Kauder

Öffentlicher Dienst: Potenziale durch mehr Vollzeit

Der öffentliche Dienst beklagt einen Personalmangel, der sich in den kommenden Jahren noch verschärfen dürfte. Der bezifferte Bedarf ließe sich rein rechne-risch zu einem erheblichen Teil durch eine Auswei-tung der Tätigkeit in Richtung Vollzeit decken.

Björn Kauder IW

Artikel lesen
IW-Kurzbericht Nr. 45 7. Juli 2026 Martin Beznoska / Tobias Hentze

Steuerreform sieht keinen Ausgleich der kalten Progression vor

Die geplante Reform der Einkommensteuer entlastet zwar gezielt kleine und mittlere Einkommen, bleibt insgesamt aber deutlich hinter einer echten Tarifreform zurück. Vor allem der unvollständige Ausgleich der kalten Progression führt im Jahr 2028 zu realen Steuererhöhungen.

Martin Beznoska / Tobias Hentze IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880