1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Solidarität ist keine Einbahnstraße
Zeige Bild in Lightbox Solidarität ist keine Einbahnstraße
(© Foto: Jan Haas - Fotolia)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Krankenversicherung IW-Nachricht 25. Januar 2013

Solidarität ist keine Einbahnstraße

Rentner haben keinen Anspruch auf Krankengeld. Deshalb macht die Partei DIE LINKE momentan Stimmung gegen den Sonderbeitrag von 0,9 Prozent, der auch bei Senioren in der Gesetzlichen Krankenversicherung fällig wird. Doch das Argument verfängt nicht. Denn umgekehrt tragen junge Erwerbstätige mehr als die Hälfte der Kosten, die Ältere in der Krankenversicherung verursachen.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Seit Juli 2005 zahlen Arbeitnehmer und Rentner den Zusatzbeitrag zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Dagegen haben einige Ruheständler – erfolglos – geklagt. DIE LINKE rechnet jetzt vor, dass Rentner seit 2005 mehr als 7,5 Milliarden Euro zur Finanzierung des Krankengelds beigetragen hätten. Was nach Skandal riecht, entpuppt sich bei genauerem Hinschauen aber als Milchmädchenrechnung.

Es gibt nämlich keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Sonderbeitrag und dem Krankengeldanspruch. Der Beitrag dient vielmehr zur Finanzierung aller Leistungsansprüche in der GKV. So kann ja beispielsweise auch kein Mann einen niedrigeren Beitrag verlangen, weil er von den Leistungen bei Mutterschaft ausgeschlossen bleibt.

Außerdem vergessen die Wortführer, dass die Solidargemeinschaft ältere Versicherte bereits in hohem Maß unterstützt:

  • Im Jahr 2010 zahlte ein erwerbstätiges GKV-Mitglied zusammen mit dem Arbeitgeberanteil durchschnittlich 3.589 Euro an seine Krankenversicherung, nahm aber lediglich Leistungen für 2.473 Euro in Anspruch.
  • Rentner schlugen hingegen mit durchschnittlich 4.792 Euro Kosten je Mitglied zu Buche, die Beitragseinnahmen lagen indes im Schnitt nur bei 2.116 Euro.

Jeder beitragszahlende Rentner finanziert also gerade einmal 44 Prozent der von ihm verursachten Leistungsausgaben. Ruheständler vom Sonderbeitrag zu befreien hieße also, die jüngeren Beitragszahler noch stärker zu belasten.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Sorgen der Selbständigen unauffällig
Ruth Maria Schüler IW-Kurzbericht Nr. 65 3. August 2022

Alterssicherung: Sorgen der Selbständigen unauffällig

Der Koalitionsvertrag formuliert für neue Selbständige ohne obligatorische Alterssicherung eine Pflicht zur Altersvorsorge mit Wahlfreiheit. Eine Auswertung des Sozio-Oekonomischen Panels zeigt, dass zumindest die subjektiv empfundene Sorge um die ...

IW

Artikel lesen
Florian Blank / Johannes Geyer, Peter Haan, Maximilian Schaller / Jochen Pimpertz / Reinhold Thiede / Martin Werding IW-Trends Nr. 2 6. Juli 2022

Soll die gesetzliche Rente unterschiedliche soziodemografische Hintergründe berücksichtigen?

Während das gesetzliche Rentenrecht eine für alle Versicherten einheitliche Regelaltersgrenze vorsieht, deuten empirische Befunde auf eine ungleiche Verteilung der Lebenserwartung hin. Je nach Einkommenshöhe, beruflicher Stellung, berufsbedingten ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880