1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Gebäudesanierung: Förderung ist überfällig
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Ralph Henger IW-Nachricht 31. Mai 2019

Gebäudesanierung: Förderung ist überfällig

Seit bald zehn Jahren beschäftigt sich die deutsche Politik mit der Frage, ob energetische Gebäudesanierung steuerlich gefördert werden sollte. Alle Initiativen sind jedoch bislang gescheitert. Jetzt kommt erneut Bewegung in die Diskussion: Nachdem Verbände und Wirtschaftsministerien sich für den Anreiz stark machen, hat Horst Seehofer das Thema im neuen Klimakabinett vorgelegt. Es ist höchste Zeit.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Deutschlands Gebäude sind schlecht isoliert. Rund 62 Prozent aller Wohngebäude wurden vor mindestens 40 Jahren gebaut, und damit deutlich vor der ersten Wärmeschutzverordnung. Weniger als ein Prozent aller Gebäude werden jährlich saniert und modernisiert – folglich befinden sich die meisten dieser 19 Millionen alten Gebäude aus energetischer Sicht in einem schlechten Zustand. Die Fenster sind dünnglasig, Dächer und Außenwände schlecht gedämmt, Heizungen alt und ineffizient. 

Ziel: Attraktiv und unbürokratisch

Energetische Sanierungen sind teuer und rechnen sich oft erst nach vielen Jahren, das schreckt Eigentümer ab. Dabei geht durch die schlecht isolierten Gebäude viel Energie verloren – deshalb müssen die Gebäude dringend saniert werden, wenn Deutschland seine Klimaschutzziele nicht ganz aus den Augen verlieren will. „Dafür brauchen wir unbedingt auch eine steuerliche Förderung, die Eigentümer dazu bewegt, hochwertig zu modernisieren“, sagt IW-Ökonom Ralph Henger. „Um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen, muss diese Förderung einfach sein und langfristig bestehen bleiben.“ Bisher können sich Eigentümer über die KfW oder vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützen lassen, allerdings sind die Anträge oft aufwendig. 

Kein finanzieller Ausgleich in Sicht

Die Forderung nach steuerlicher Unterstützung für Gebäudesanierungen ist nicht neu. Bereits 2011 ist eine Gesetzesinitiative – nachdem sie den Bundestag schon passiert hatte – im Bundesrat gescheitert. Das größte Problem: Bundesländer, die finanziell nicht gut aufgestellt sind, pochen darauf, dass sie vom Bund entschädigt werden, wenn ihnen durch die steuerliche Förderung Verluste entstehen. Bislang hat Berlin jedoch kaum finanzielle Zugeständnisse gemacht. Kredite können die Länder auch nicht aufnehmen, weil ihnen die Schuldenbremse auferlegt wurde. „Nach den vielen Hin und Her sollte die Förderung nun endlich umgesetzt werden“, sagt Henger. „Über Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit besteht längst Konsens. Jetzt ist es Zeit, zu handeln.“ 

Datei herunterladen

Ralph Henger / Rupert Pritzl: Blockadehaltung bei der Förderung energetischer Gebäudesanierungen

IW-Kurzbericht

Datei herunterladen

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Mismatch im Wohnungsmarkt
Pekka Sagner / Michael Voigtländer IW-Kurzbericht Nr. 5 25. Januar 2023

Mismatch im Wohnungsmarkt

Etwa 6 Prozent der Haushalte in deutschen Großstädten leben in tendenziell zu kleinen Wohnungen, besonders häufig sind Haushalte mit Migrationshintergrund und Familien betroffen. Fast ebenso viele Haushalte leben in tendenziell zu großen Wohnungen – die ...

IW

Artikel lesen
Pekka Sagner / Michael Voigtländer Pressemitteilung 25. Januar 2023

Großstädte: Jede dritte Familie wohnt in zu kleiner Wohnung

Sechs Prozent aller Mieterhaushalte in Metropolen wohnen beengt, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Vor allem Familien und Menschen mit Migrationshintergrund sind betroffen. Dabei leben in etwa genauso viele in besonders großen ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880