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IW-Nachricht 25. Juni 2018 Pekka Sagner / Michael Voigtländer

Immobilienkauf: Alternativen gefragt

Das Baukindergeld soll Familien beim Schritt ins Eigenheim unterstützen. Nun soll die förderungswürdige Wohnfläche gedeckelt werden, da die Kosten aus dem Ruder laufen. Gerade auf dem Land würden Familien von der Förderung ausgeschlossen.

Um die Kosten im Rahmen zu halten, soll nach Überlegungen der Bundesregierung als förderungswürdige Immobilie für eine vierköpfige Familie nur noch ein Haus oder eine Wohnung mit maximal 120 Quadratmetern Wohnfläche gelten. Mit jedem weiteren Kind soll die zulässige Wohnfläche um 10 Quadratmeter steigen. Diese Einschränkung ergänzt die im Sinne der Kosteneinsparung unzulänglich wirksame Einkommensbeschränkung von 75.000 Euro plus 15.000 Euro pro Kind. Auswertungen auf Grundlage des Sozioökonomischen Panels zu den Wechselhaushalten von Miete in Eigentum im Jahr 2016  zeigen, dass dadurch die Kosten in dieser Legislaturperiode von 3,2 Milliarden auf rund 2 Milliarden Euro gesenkt werden können. Anstelle von zuvor 170.000 Haushalten mit 270.000 Kindern kämen jetzt nur noch 110.000 Haushalte mit 170.000 Kindern für eine Förderung durch das Baukindergeld in Frage.

Die Anreizwirkung der neuen Flächenbegrenzung ist fragwürdig: Effektiv wird der Erwerb eines Wohnhauses auf dem Land nicht mehr gefördert, da die dortigen Wohnfläche häufig die geplante Flächenbegrenzung übersteigt. Der Erwerb einer kleineren Wohnung, zum Beispiel im Münchner Stadtkern, wird jedoch durch staatliche Förderung unterstützt.

Mit einer pauschalen Förderung macht es sich die Bundesregierung zu einfach. Um bestehende Leerstandsprobleme auf dem Land nicht weiter zu festigen, sollte das Baukindergeld in demographisch belasteten Gebieten lediglich für Bestandsimmobilien bezahlt werden. Die Förderung des Immobilienkaufs in den Ballungsgebieten wird durch das Einpreisen des Förderungsbetrags und die Umwälzung auf die Käufer zu höheren Preisen führen.

Andere Maßnahmen wären deutlich wirksamer als das Baukindergeld: Es könnten die Erwerbsnebenkosten gesenkt werden, die für viele Haushalte eine zu hohe Hürde beim Immobilienerwerb sind. Durch Kreditausfallgarantien könnte der Eigenkapitalbedarf deutlich gesenkt werden. Eine Reform der Grunderwerbsteuer nach britischem Vorbild würde Erwerber günstiger Immobilien entlasten. Es gibt also viele Alternativen.

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