1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Misstrauen regiert
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Eurokrise IW-Nachricht 3. Januar 2012

Misstrauen regiert

Die Banken sind vorsichtig wie selten: Ihre eintägigen Einlagen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) stiegen heute auf rund 453,2 Milliarden Euro, am Dienstag lagen sie noch bei 446,3 Milliarden Euro.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Banken Quelle: Dream-Emotion/Fotolia

Die Höhe der eintägigen Einlagen bei der EZB ist ein Indiz dafür, in wie weit sich die Finanzinstitute über den Weg trauen. Denn normalerweise geben sich die Banken untereinander Kredite, anstatt die Gelder mit Zinsverlust bei der EZB zu deponieren. Allerdings ist der Zinsverlust bei den aktuell niedrigen Refinanzierungskosten kurzfristig verschmerzbar.

Die Banken geben ihr Geld zudem praktisch dem Absender zurück – Ende 2011 hatte die EZB über einen Dreijahreskredit fast 500 Milliarden Euro an die Banken der Eurozone ausgeschüttet. Generell bieten solche Mittel den Kreditinstituten ein gewisses Sicherheitspolster, sie beruhigen den Finanzmarkt und führen dazu, dass die Banken diese Gelder wieder zur gegenseitigen Kreditvergabe verwenden – allein schon aus dem Gewinnstreben der Institute heraus. Die Tatsache, dass die Institute die EZB-Gelder wieder bei der EZB lagern, zeigt nicht nur gegenseitiges Misstrauen, sondern auch, dass die Banken nicht gerade unter akuter Liquiditätsnot leiden.

Die EZB ist nun gefordert, auch darauf zu achten, dass die Banken die momentan gelagerten Gelder später nicht zur übermäßigen Kreditvergabe nutzen, was wiederum zu spekulativen Blasen führen könnte.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Phillipskurve und fiskalische Dominanz der Geldpolitik – Was treibt die Inflation?
Michael Hüther / Thomas Obst IW-Kurzbericht Nr. 57 4. Juli 2022

Phillipskurve und fiskalische Dominanz der Geldpolitik – Was treibt die Inflation?

Die Phillipskurve zeigt in den letzten beiden Jahren wieder einen negativen Zusammenhang, was die Frage nach den Inflationstreibern und der Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale stellt. Doch wie effektiv können Zentralbanken die hohen Inflationsraten bekämpfen und ...

IW

Artikel lesen
Michael Hüther im Handelsblatt-Podcast Audio 17. Juni 2022

Doppeltes Dilemma der EZB

„Der Negativzins hatte bereits 2021 keinen Grund mehr. Das hätte man bereinigen können”, sagt IW-Direktor Michael Hüther im Handelsblatt-Podcast „Economic Challenges” mit HRI-Präsident Bert Rürup. Die Europäische Zentralbank sollte mutig die Zinsen auf 0,75 ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880