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(© Foto: andresr/iStock)
IW-Nachricht 21. Dezember 2016 Markus Demary

Bankenregulierung: Nicht alle über einen Kamm scheren

Die wissenschaftlichen Berater von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel fordern laut Medienberichten, die Banken stärker zu regulieren. Doch das würde nicht nur die deutschen Geldinstitute unnötig belasten – auch die Verbraucher wären die Leidtragenden.

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, ein Gremium der Aufsichtsbehörden der wichtigen Industrie- und Schwellenländer, will die internen Modelle von Banken einschränken, mit denen die Geldhäuser ihre Risiken und damit ihren Kapitalbedarf selbst berechnen. Stattdessen sollen alle Institute nicht zu stark von einem Standardansatz abweichen. Der Nachteil: Dadurch erhöhen sich die Eigenkapitalanforderungen für Wohnimmobilien, aber auch Infrastrukturvorhaben – und solche Kreditvergaben würden für Banken unattraktiver. Darunter würden wohl besonders die Verbraucher leiden.

Fatal ist die Annahme, dass alle Banken mit einem einzigen Ansatz reguliert werden können: Unterschiedliche Geschäftsmodelle beinhalten unterschiedliche Geschäftsrisiken. So können die international agierenden Großbanken ihre Anlagen zwar breiter streuen, dafür sind die lokal tätigen Institute weniger den Risiken der globalen Kapitalmärkte ausgesetzt. Deshalb muss es eine individuelle bankinterne Risikomessung geben. Die wichtige Aufgabe der Aufsicht ist sicherzustellen, dass diese Modelle die Risiken der Bank auch korrekt widerspiegeln und die Bank genügend Eigenkapital gegen Verluste besitzt.

Das dies in Deutschland funktioniert, belegen die Statistiken: Ausfallgefährdet sind nach Daten der Weltbank lediglich 2,3 Prozent der Kredite; im europäischen Durchschnitt ist diese Quote mehr als doppelt so hoch. Ein Grund für dieses gute Ergebnis ist die konservative Kreditvergabe in Deutschland. Die geringen Kreditausfälle haben den Banken zudem den Aufbau von Eigenkapital erleichtert. Laut Auswertungen der Deutschen Bundesbank ist die Kernkapitalquote der deutschen Institute mit über 12 Prozent mehr als doppelt so hoch wie vorgeschrieben.

Anstatt die Regulierung zu verschärfen, sollte sie so gestaltet werden, dass sie zum Geschäftsrisiko der Banken passt: Einerseits darf ihnen zwar nicht erlaubt werden, unverhältnismäßige Risiken einzugehen, andererseits sollten die Banken aber auch nicht zu sehr in ihrer normalen Geschäftstätigkeit eingeschränkt werden. Diese Gefahr besteht aber, wenn die Regulierung alle über einen Kamm schert, ohne die jeweiligen Geschäftsmodelle der Banken – von regional bis global tätig – zu berücksichtigen.

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