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IW-Nachricht 3. September 2015 Geldpolitik der EZB

Auf Kurs bleiben

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird weiterhin in großem Umfang Staatsanleihen kaufen. Das ist richtig so, denn trotz aller Unkenrufe sind erste Erfolge dieser Politik schon in Sicht.

Eigentlich soll die Inflationsrate in der Eurozone mittelfristig knapp unter zwei Prozent liegen, doch seit Ende 2012 erreicht die EZB dieses Ziel nicht mehr: Die Inflationsrate fiel auf bis zu -0,6 Prozent. Mit einem großangelegten Kaufprogramm von Staatsanleihen, dem Public Sector Purchase Program (PSPP), steuert die Zentralbank seit einigen Monaten gegen – und damit wird sie bis mindestens September 2016 fortfahren, wie die Bank nun verkündet hat.

Ein erster Erfolg des Programms ist bereits sichtbar: Seit Beginn der umfangreichen Käufe scheint der Preisverfall gestoppt und die Inflationsrate im Euroraum ist auf zuletzt 0,2 Prozent wieder leicht gestiegen. Wichtiger jedoch ist, dass sich zentrale Indikatoren für die Inflation verbessert haben – etwa die Geldmengenentwicklung. Diese misst die von den Banken geschaffenen Einlagen, die von den Unternehmen und Haushalten für Käufe und Investitionen verwendet werden können. Sie liegt mit 5,3 Prozent im Juli deutlich über ihrem Zielwert von 4,5 Prozent – die Inflation könnte sich also in naher Zukunft normalisieren.

Auch die Prognostiker schauen wieder optimistischer in die Zukunft: Die jüngste regelmäßige Befragung von Finanzmarktexperten durch die EZB ergab, dass sie ihre Aussichten leicht nach oben korrigiert haben. Für das Jahr 2016 erwarten sie eine Inflationsrate von 1,3 Prozent und für das Jahr 2017 sogar 1,6 Prozent. Immer weniger Experten erwarten eine anhaltende Deflation. Das ist eine gute Nachricht, denn Deflationserwartungen sind problematisch, weil Unternehmen und Verbraucher in der Erwartung weiter sinkender Preise notwendige Investitionen und Ausgaben aufschieben.

Die Rechnung der EZB, mit dem PSPP die Inflationserwartungen zu stabilisieren, scheint somit aufzugehen. Wichtig ist nun, dass die EZB sich nicht auf diesen ersten Erfolgen ausruht, sondern ihr PSPP bis zum Ende durchzieht. Denn die verbesserten Inflationserwartungen basieren auf genau diesem geldpolitischen Kurs. Würde die EZB ihr PSPP vorzeitig einstellen, drohen die Inflationserwartungen zu kippen. Daher ist es nur richtig, dass die Zentralbank das Programm auch ausweiten will.

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