1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Coronakrise: 17 Millionen Tonnen weniger CO2 im deutschen Stromsektor
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Malte Küper / Andreas Fischer IW-Nachricht 3. Juli 2020

Coronakrise: 17 Millionen Tonnen weniger CO2 im deutschen Stromsektor

Der Lockdown hat das wirtschaftliche Treiben in Deutschland auf Eis gelegt. Weil die Unternehmen dadurch weniger Strom verbrauchen, produzieren die Erzeuger auch weniger. Besonders die Produktion von Kohlestrom schrumpfte im ersten Halbjahr im Vergleich zu 2019 um etwa die Hälfte.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Die Corona-Krise hat nicht nur das gesellschaftliche Leben stark umgekrempelt. Auch der Energiemarkt hat sich seit dem 23. März dieses Jahres, also dem ersten Tag der Kontaktbeschränkung, spürbar verändert. Bis heute lag die Stromerzeugung insgesamt knapp elf Prozent unter den Werten von 2019. Die geringere Erzeugung bringt einen Vorteil für das Klima mit sich: Seit Beginn des Lockdowns gelangten nach IW-Berechnungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 16,6 Millionen Tonnen weniger CO2 in die Luft.

Erneuerbare drängen Kohle vom Markt

Das liegt vor allem am starken Einbruch bei der Kohleverstromung. Circa 37 Terawattstunden Strom gewannen die Erzeuger im Vorjahreszeitraum aus Stein- und Braunkohle – dieses Jahr waren es lediglich 21 Terawattstunden, also rund 45 Prozent weniger. Neben der geringeren Nachfrage ist allerdings auch das Wetter mitverantwortlich. Wind und Sonne verhalfen den erneuerbaren Energien zu einem höheren Anteil am Strommix, dadurch wurden zwei Prozent mehr Strom durch erneuerbare Energien gewonnen. Durch die geringeren laufenden Kosten der erneuerbaren Stromerzeugung verdrängt grüner Strom entsprechend des Merit-Order-Effekts konventionell erzeugte Strommengen vom Markt – zusätzlich wird er vorrangig in das Netz eingespeist. Die Verfeuerung von Erdgas konnte aufgrund niedriger Brennstoffpreise ebenfalls zulegen. 

Kein anhaltender Effekt 

So klimafreundlich dieser Effekt auch erscheinen mag: Lange wird er nicht anhalten. Denn sobald die Stromnachfrage wieder ansteigt, wird auch die Kohleverstromung wieder zunehmen – bereits im Juni hat diese wieder angezogen. Die erneuerbaren Energien allein können eine hohe Nachfrage noch nicht bedienen, besonders wenn das Wetter nicht mitspielt. Daher ist es wichtig, nicht nur die erneuerbare Stromerzeugung, sondern auch die entsprechenden Speicherkapazitäten auszubauen. Je mehr Windkrafträder und Solaranlagen gebaut werden und je höher CO2-Emissionen gehandelt werden, desto mehr wird Kohle verdrängt. Das funktioniert auch ohne das teure Kohleausstiegsgesetz, das die Bundesregierung heute auf den Weg bringen will.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Ausbaugeschwindigkeit muss sich verdreißigfachen
Thomas Puls IW-Nachricht 15. Juli 2021

Ladesäulen: Ausbaugeschwindigkeit muss sich verdreißigfachen

Mit Fit for 55 will die EU-Kommission die Energieversorgung des Verkehrssektors komplett umstellen. Die zentrale Frage ist aber nicht, wann der letzte Pkw mit Verbrennungsmotor zugelassen wird, sondern wie der Wechsel zum Primärenergieträger Strom gelingt. Die ...

IW

Artikel lesen
Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 6. Juli 2021

IMP-Index: Metallpreise stagnieren – dank Kupfer

Der rasante Anstieg der Metallpreise für die Industrie hat sich im Juni nicht fortgesetzt, schreibt IW-Wissenschaftsleiter Hubertus Bardt in einem Gastbeitrag für die Börsen-Zeitung.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880