Am Wochenende hat US-Präsident Donald Trump verkündet, ab dem 01. August Zölle in Höhe von 30 Prozent auf Waren aus der EU zu erheben. Zu der Eskalation im Zollkonflikt äußert sich IW-Handelsexperte Jürgen Matthes.
Zollkonflikt: „Donald Trump blufft, die EU muss mit Stärke reagieren“
Ohne eigenes Drohpotenzial verliert die EU Glaubwürdigkeit und Verhandlungsmacht. Wenn der Staatenbund schon nicht die Kraft und Einigkeit aufbringt, bereits am Anfang dieser Woche Gegenzölle einzuführen, sollte er zumindest ein automatisches Paket beschließen für den Fall, dass Trump wirklich Ernst macht. Die EU würde Trump dadurch Grenzen aufzeigen: Wir sind nicht an einer Eskalation interessiert und sollten weiterverhandeln. Aber ohne Gegendrohungen wird Trump uns nicht ernst nehmen.
Die vermeintliche Stärke, mit der die USA auftreten, ist bei einem genaueren Blick bei Weitem nicht so groß. Auch die USA sind auf Importe aus der EU angewiesen, besonders bei Vorleistungsgütern, Maschinen und Pharmaprodukten. Diese Produkte sind für die USA kurzfristig oft kaum adäquat zu ersetzen. Daher können die deutschen Exporteure die Zölle in Preisaufschlägen weitgehend an die US-Käufer weiterreichen. Kurzum: Donald Trumps Verhandlungsposition ist schwächer als er denkt. Vermutlich blufft der skrupellose Verhandler und US-Präsident mal wieder, signalisiert er doch selbst weiterhin Verhandlungsbereitschaft.
Die Transaktionskosten der Geopolitik bleiben hoch
IW-Direktor Michael Hüther analysiert im SZ Dossier Geoökonomie, wie Trumps Zollpolitik, Chinas Machtstreben und Russlands imperialer Anspruch die Weltordnung verändern. Europa müsse seine Verteidigungsfähigkeit stärken und sich auf hohe Transaktionskosten einstellen.
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