In einer neuen Untersuchung im Auftrag des Familienministeriums geraten Minijobs erneut in die Kritik: Sie würden Frauen keine beruflichen Perspektiven bieten, sondern sie „gefangen“ halten. Ignoriert wird jedoch, dass der Minijob in den meisten Fällen den Wünschen der Beschäftigten entspricht.
Minijobs sind meist gewollt
So hat das Statistische Bundesamt kürzlich herausgefunden, dass nur ein Viertel der geringfügig Beschäftigten keine andere Job-Perspektive hätte. Ganz überwiegend sind es dagegen persönliche Gründe, warum der Erwerbsumfang nicht über einen Minijob hinausgeht: Familiäre und häusliche Verpflichtungen wie die Betreuung von Kindern oder Angehörigen, aber auch der Wunsch, Zeit für andere Dinge zu haben. Eine geringere Rolle spielen dagegen sozialversicherungsrechtliche und steuerliche Anreize.
Eine Auswertung des Sozio-ökonomischen Panels – einer Befragung von rund 20.000 Personen – belegt, dass nur rund 15 Prozent der geringfügig Beschäftigten eine Vollzeitbeschäftigung möchten. Das entspricht genau dem Anteil, der den Wechsel zu einer vollen Stelle innerhalb von drei Jahren dann auch schafft. Hinweise auf einen massenhaften unfreiwilligen Verbleib im Minijob-Segment ergeben sich also nicht. Das räumt auch die Untersuchung des Ministeriums ein: Nur 17 Prozent der geringfügig beschäftigten Frauen sind der Meinung, dass der Minijob für sie eine berufliche Sackgasse ist.
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