1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Wer von der Mindestlohnerhöhung profitiert
Zeige Bild in Lightbox
(© Foto: iStock)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Christian Kestermann / Christoph Schröder IW-Nachricht 1. Juli 2020

Wer von der Mindestlohnerhöhung profitiert

Die Mindestlohnkommission hat beschlossen, den Mindestlohn bis Juli 2022 auf 10,45 Euro pro Stunde anzuheben, das sind fast zwölf Prozent mehr als derzeit. Davon profitieren vor allem un- und angelernte Beschäftigte im Hotel- und Gaststättenbereich, Kioskbetreiber und Obstverarbeiter – und die neuen Bundesländer.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Um satte zwölf Prozent soll der Mindestlohn ab Mitte 2022 steigen. Eine aktuelle IW-Auswertung der Verdiensterhebungsdaten des Statistischen Bundesamtes zeigt, wem die Erhöhung tatsächlich zugutekommt. Demnach profitieren beispielsweise ungelernte Verkäufer von Sport- und Spielwaren sowie Zeitungen: Sie verdienen aktuell rund 10,11 Euro brutto in der Stunde. Keine andere Branche bleibt damit bundesweit unter den anvisierten 10,45 Euro. 
Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass nur Vollzeitbeschäftigte betrachtet werden, die üblicherweise auf einen höheren Stundenverdienst kommen als Teilzeitbeschäftigte oder Minijobber – zudem erfasst die laufende Verdiensterhebung nur Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten. 

Weitere Profiteure der Mindestlohnerhöhung sind Mitarbeiter in Restaurants und Gaststätten, Angestellte in Autovermietungen und Lottoannahmestellen: Auch diese Branchen weisen besonders niedrige Stundenverdienste für Ungelernte auf. 

Besonders vielen Ostdeutschen dürfte die geplante Erhöhung zugutekommen. In den neuen Bundesländern zahlen immerhin zwölf Branchen ihren ungelernten Beschäftigten im Durchschnitt aktuell weniger als 10,45 Euro. In Ostdeutschland werden daher aufgrund des dort niedrigeren Verdienstniveaus anteilig mehr Beschäftigte von dem Mindestlohnanstieg profitieren. Auch hier sind es überwiegend die gleichen Branchen wie in Deutschland insgesamt, die besonders profitieren.

Restaurants, Cafés, Hotels und der stationäre Einzelhandel waren und sind zum Teil immer noch vom Lockdown am meisten betroffen. Es ist daher zu hoffen, dass sich diese Betriebe in zwei Jahren soweit erholt haben, dass sie die stark steigenden Verdienste auch bezahlen können. So gilt der höhere Mindestlohn auch für Minijobber, die gerade in der Gastronomie eine große Bedeutung haben. Profitieren können die Beschäftigten vom steigenden Mindestlohn schließlich nur, wenn sie ihre Beschäftigung auch behalten und ihre Arbeitszeit nicht reduziert wird.

Inhaltselement mit der ID 7610
Inhaltselement mit der ID 7611
Inhaltselement mit der ID 7613
Inhaltselement mit der ID 7614
Inhaltselement mit der ID 7616
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Strukturdefizite verstärken sich
Hagen Lesch / Luis Winter IW-Kurzbericht Nr. 50 22. Juli 2021

Gewerkschaften: Strukturdefizite verstärken sich

In Deutschland war zuletzt nur noch jeder sechste Arbeitnehmer Mitglied einer Gewerkschaft. Eine Analyse der Mitgliederstruktur lässt befürchten, dass sich der schon länger bestehende Abwärtstrend auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Die Gewerkschaften ...

IW

Artikel lesen
Helena Schneider IW-Trends Nr. 2 29. Juni 2021

Flexibilität des M+E-Flächentarifvertrags: Ergänzungstarifverträge als Allheilmittel?

Um Investitionen zu ermöglichen oder Arbeitsplätze in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu sichern, können flächentarifgebundene Unternehmen in der Metall- und Elektro-Industrie über Ergänzungstarifverträge temporär von den Regelungen des Flächentarifvertrags ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880