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IW-Nachricht 29. Januar 2016 Exzellenzinitiative

Spitze, nicht Breite

Im Jahr 2005 startete die Exzellenzinitiative für deutsche Hochschulen. Wissenschaftler um den Schweizer Umweltphysiker Peter Imboden haben jetzt, zu Recht, eine positive Bilanz gezogen. Für die dritte Runde der Förderung ab 2018 sollte sich die Initiative wie bisher auf die Spitzenforschung fokussieren – und eine jährliche Budgeterhöhung ins Auge fassen.

„Den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Spitzen im Universitäts- und Wissenschaftsbereich sichtbarer zu machen“ – das sind die zwischen Bund und Ländern vereinbarten Ziele, mit denen die Exzellenzinitiative 2005 startete. Mit rund 4,6 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2006 bis 2017 wurde seitdem viel erreicht, obgleich diese Summe nur drei Prozent der Ausgaben für die Hochschulforschung ausmacht: Deutsche Universitäten konnten sich in internationalen Rankings besser behaupten, deutlich mehr internationale Forscher sind ins Land gekommen und die Zahl von Publikationen in international renommierten Fachzeitschriften ist gestiegen. Nach jahrzehntelangem Nebeneinander hat sich die Kooperation von Universitäten mit anderen Forschungseinrichtungen wie den renommierten Max-Planck-Instituten intensiviert. Auch für die Zusammenarbeit mit forschungsstarken Unternehmen wurden neue strategische Konzepte entwickelt.

Kein Wunder also, dass der Evaluierungsbericht die Initiative lobt. Gleichwohl haben Imboden und Co. Recht, wenn sie betonen, dass die Exzellenzinitiative ihre positiven Resultate und ihre internationale Sichtbarkeit der klaren Fokussierung auf Spitzenforschung verdankt. Dieser Ansatz sollte weiter verfolgt und nicht durch weitere Themen oder Schwerpunkte verwässert werden – im Juni wird über die dritte Exzellenzrunde von 2018 bis 2028 entschieden. Natürlich sind auch andere Themen wie die Förderung von Lehre, der Wissenstransfer, die regionale Vernetzung sowie anwendungsorientierte Forschung wichtig. Doch für diese Anliegen gibt es bereits eigene Wettbewerbe oder sie würden die Exzellenzinitiative von ihrem eigentlichen Ziel abbringen.

Ein Manko der Exzellenzinitiative sollte für die dritte Förderrunde allerdings angegangen werden: Anders als im Pakt für Forschung und Innovation gibt es bislang keinen jährlichen Budgetzuwachs für die geförderten Einrichtungen. Das ist ein klarer Nachteil für die exzellenten Universitäten, die ja nicht nur ihren eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs, sondern auch den der außeruniversitären Einrichtungen ausbilden.

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