Autofahrer dürften es bereits mitbekommen haben: Seit dem 1. Januar 2021 gilt bundesweit ein CO2-Preis auf fossile Brennstoffe, also auf Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas. Das lässt die Spritpreise direkt und indirekt steigen – schließlich erhöht sich auch die Mehrwertsteuer, die auf den gesamten Kraftstoffpreis fällig wird. Ein Liter Benzin wird dadurch im Vergleich zum Vorjahr um sieben Cent teurer, wie IW-Berechnungen zeigen. Für einen Liter Diesel zahlen Autofahrer etwa acht Cent mehr. Ebenfalls um knapp acht Cent pro Liter verteuert sich der Liter Heizöl, während der Preis für Erdgas – aufgrund der geringeren CO2-Emissionen – nur um 0,6 Cent pro Kilowattstunde steigt.

Preise werden weiter steigen

Steuern machen nun zwei Drittel des Benzinpreises und etwa 60 Prozent des Dieselpreises aus, Schwankungen des Ölpreises sind an der Tankstelle dagegen kaum bemerkbar. In den nächsten Jahren dürfte die Belastung durch die CO2-Steuer weiter steigen: Denn der Preis von aktuell 25 Euro pro Tonne CO2 soll laut Gesetz bis 2025 auf 55 Euro pro Tonne CO2 steigen. Benzin wird dadurch in den nächsten Jahren noch einmal um 8,4 Cent, Diesel um 9,5 Cent pro Liter teurer.

Elektroautos bleiben trotz Förderung teuer

Die CO2-Steuer soll helfen, die Treibhausgasemissionen des Verkehrs zu senken. Jeder EU-Mitgliedstaat muss seinen Beitrag leisten, damit die ambitionierten Ziele des Europäischen Green Deal erreicht werden können. Ob die Preiserhöhungen reichen, damit mehr Menschen ihr Auto stehen lassen, ist aber noch unklar – schließlich können viele Autofahrer nicht einfach auf Fahrten zur Arbeit verzichten oder sich ein neues spritsparendes Auto leisten. Elektroautos, die beim Fahren keine CO2-Emissionen produzieren, sind trotz staatlicher Förderung noch deutlich teurer als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Emissionsarme Kraftstoffe, beispielsweise auf Wasserstoff-Basis, stehen bislang kaum zur Verfügung.

Ladeinfrastruktur muss ausgebaut werden

Deshalb ist es gut möglich, dass die Bundesregierung den CO2-Preis in den nächsten Jahren noch stärker erhöht als bislang geplant. Sie sollte aber auch dafür sorgen, dass die Alternativen attraktiver werden: sei es der öffentliche Personennahverkehr, die Elektromobilität oder strombasierte Kraftstoffe. Es braucht nicht nur eine Elektroautoprämie, sondern auch die entsprechende Ladeinfrastruktur. Und damit künftig in ausreichendem Maß Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien erzeugt werden können, müssen nicht nur die derzeit noch höheren Kosten ausgeglichen, sondern auch bei den CO2-Minderungszielen angerechnet werden.