William Nordhaus bringt in seiner Arbeit Klima- und Wachstumsforschung zusammen. Dabei geht er seit Langem der Frage nach, wie der Klimawandel bekämpft werden kann, ohne wirtschaftliches Wachstum und den damit verbundenen Wohlstand aufs Spiel zu setzen: Damit die Klimapolitik zu einem globalen Erfolg werden kann, ist entscheidend, dass nicht nur reiche Länder in klimafreundliche Technologien investieren können. Entscheidend ist vor allem, dass aufstrebende Staaten mit sinnvollen ökonomischen Instrumenten – Emissionshandel oder CO2-Steuer – die Möglichkeit bekommen, ihren Treibhausgasausstoß effizient in den Griff zu bekommen, ohne ihre wirtschaftliche Entwicklung auszubremsen. Nur so kann sichergestellt werden, dass auch die Bevölkerung die Entwicklungen mitträgt.

Paul Romer wiederum leistet seit vielen Jahren wichtige Beiträge, um den essenziellen Zusammenhang von technologischer und wirtschaftlicher Entwicklung verständlich darzulegen. Langfristig sind dabei Innovationen und die ihnen zugrundeliegenden Rahmenbedingungen – zum Beispiel Schutz geistigen Eigentums – entscheidend. Romer zeigt, wie sich Unternehmen durch Innovationen Wettbewerbsvorteile verschaffen können und wie dies Wachstumszyklen auslöst.

Der diesjährige Nobelpreis an die beiden US-Forscher ist ein wichtiges Signal und ein Statement dafür, dass sich die langfristigen globalen Herausforderungen durch den Klimawandel vor allem mit technologischen Innovationen meistern lassen. Die Forscher zeigen in ihrer Arbeit, welche wirtschaftspolitischen Weichenstellungen – in einer nicht perfekten Welt – dafür gestellt werden müssen. Gerade in Zeiten, in denen Politiker immer öfter nach anscheinend einfachen Antworten und Lösungen suchen, leisten beide Preisträger somit unschätzbare Beiträge zum Verständnis komplexer Zusammenhänge.