Vom Studienjahr 2019/2020 auf das Studienjahr 2020/2021 stieg die Zahl der deutschen Studienanfänger im ersten Hochschulsemester um 1,6 Prozent auf 389.231. Anders sieht das hingegen bei den ausländischen Studienanfängern aus: Anstelle von rund 125.000 waren es im vergangenen Studienjahr lediglich 99.000 ausländische Studienanfänger. Dazu zählen sowohl in Deutschland aufgewachsene Ausländer als auch für das Studium zugezogene Ausländer. Der Rückgang ist dabei vor allem auf die Zugezogenen zurückzuführen.

MINT-Kompetenzen fehlen

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind alarmierend, denn viele der zugewanderten Studenten bleiben nach ihrem Abschluss in Deutschland. Da rund 47 Prozent von ihnen MINT-Fächer studieren, wird sich der Rückgang der Erstsemester gerade in MINT-Branchen bemerkbar machen. Besonders deutlich wird die hohe Bedeutung der Zuwanderung in den Fachbereichen Ingenieurwissenschaften und Informatik: Fast ein Drittel aller Studienanfänger sind Ausländer, davon kommen viele als Zuwanderer an die Hochschulen. Der Fachkräfteengpass auf dem Arbeitsmarkt droht durch die Pandemie noch größer zu werden.

Bildungssystem ist stark belastet

Auch wenn die Zahl der deutschen Studenten nach wie vor steigt, so kann es hier in Folge der Pandemie zu steigenden Studienabbrüchen kommen, da sich die Studienbedingungen verschlechtern und viele in finanzielle Engpässe geraten. An den Schulen häufen sich aufgrund des ausfallenden Unterrichts ebenfalls die Probleme: So ist nach Berechnungen des IW damit zu rechnen, dass die Fortschritte bei den PISA-Kompetenzen seit dem Jahr 2000 in der aktuellen Schüler-Generation wieder verloren gehen. „Die geringere Zuwanderung über die Hochschulen und die Schulschließungen senken langfristig die MINT-Qualifikationen in Deutschland“, sagt IW-Bildungsexperte Axel Plünnecke. „Herausforderungen, wie die Digitalisierung und der Kampf gegen den Klimawandel, sind umso schwieriger zu lösen, wenn die entsprechenden Fachkräfte fehlen.“