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Michael Hüther im Donaukurier Interview 13. Februar 2013

"Freihandel ist eine Gewinnersituation für alle"

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, spricht im Interview mit dem Donaukurier über das geplante Handelsabkommen mit den USA.

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Herr Hüther, Präsident Barack Obama schlägt eine Freihandelszone zwischen den Vereinigten Staaten und Europa vor. Kann das ein Schub für die Wirtschaft werden?

Freihandel ist eine Gewinnersituation für alle Beteiligten. Eine europäisch-nordamerikanische Freihandelszone mit mehr als 800 Millionen Einwohnern ist hoch attraktiv. Und vielleicht schließen sich dem amerikanisch-europäischen Projekt andere an – dann wäre das eine Initialzündung zur Wiederbelebung der Bemühungen um globalen Freihandel.

Was bedeutet die Freihandelszone konkret – mehr Export in die Staaten, billigere US-Produkte hier?

Es wird dabei um die Beseitigung weiterer Zölle und anderer Hemmnisse gehen, auch um gemeinsame Produktstandards oder gleiche Bestimmungen für den Schutz geistigen Eigentums. Eine Freihandelszone geht nicht ganz so weit wie der Europäische Binnenmarkt, wo Güter und Dienstleistungen, Arbeit und Kapital frei wandern können. Doch insbesondere der freie Kapitalverkehr ist wichtig, ein Verzicht auf Diskriminierung beim Kauf von Unternehmensanteilen von Europäern in Amerika und umgekehrt. Eine solche Zone schafft Investitionssicherheit.

Was könnte eine Freihandelszone für das Wirtschaftswachstum diesseits und jenseits des Atlantiks bedeuten?

Es kursieren Zahlen, dass der deutsche Export in die Vereinigten Staaten um fünf Milliarden Euro zulegen könnte. Der deutsche Export in die USA entwickelt sich aber auch aktuell bereits prächtig – im Herbst gab es ein Plus von über 20 Prozent. In den Vereinigten Staaten gibt es einen Prozess der Re-Industrialisierung. Er läuft, weil Amerika dank neuer Fördermethoden wie Fracking sowohl bei Gas als auch bei Öl für die nächsten Jahre fast unabhängig sein und niedrige Energiepreise haben wird. Da sind deutsche Technologie und deutscher Maschinenbau extrem gefragt.

Warum hat US-Präsident Obama den Vorstoß jetzt gestartet?

Eine solche Initiative lag in der Luft. Die Welthandelsrunde Doha ist 2008 leider gescheitert. Bilaterale Vereinbarungen über freien Handel haben seit Mitte der neunziger Jahre Auftrieb. Dass Barack Obama sie so deutlich intoniert hat, zeigt, dass er die Verbindungen über den Atlantik dichter knüpfen will. Er will damit wohl auch den Chinesen zeigen, dass Amerika verschiedene Optionen hat.

Zum Interview auf donaukurier.de

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