Fachkräfte werden abgeschoben – sind wir noch zu retten?

Gut ausgebildete und integrierte Beschäftigte abzuschieben, ist völlig unsinnig. Jeder, der etwas kann, wird hier benötigt. Da ist es doch egal, ob er auf der Suche nach Asyl oder nach Arbeit eingereist ist.

Was ist die Lösung?

Wer bereits im Land ist, muss aus dem Asyl-System ins System der Einwanderung von Fachkräften wechseln können. Bisher verhindert das Gesetz diesen Spurwechsel. Ist der Krieg im Herkunftsland vorbei, droht, dass ein oft gut integrierter, geschätzter Kollege mit sicherem Einkommen das Land verlassen muss. Das überzeugt nicht, es ist volkswirtschaftlicher Unsinn!

Was heißt das für die Betriebe?

Der Fachkräftemangel ist eine der größten Sorgen der Wirtschaft. Da tut jeder verlorene Mitarbeiter weh. Aber schlimmer noch: Wenn permanent die Ausreise oder Abschiebung droht, nimmt niemand mehr die Kosten und Mühen auf sich, einen Flüchtling auszubilden und ihm Deutsch beizubringen.

Wir reden von mehr als einer Million teils völlig unqualifizierter Migranten. Die sollen wirklich alle auf den Arbeitsmarkt?

Nein, hier brauchen wir klare Regeln: Die Asylsuchenden hätten auch nach bisher geltendem Einwanderungsrecht zu uns gedurft, etwa weil sie bei uns benötigte Fähigkeiten mitbringen. Sie sind vor einem bestimmten Stichtag, dem 1. Januar 2018, gekommen. Und sie sind erfolgreich integriert und haben einen Job. So würden wir im Übrigen auch die Bundesländer mit ihren Abschiebe-Problemen entlasten. Für die Zukunft gilt dann: sofort konsequent abschieben.

Die GroKo arbeitet ja schon an einem Einwanderungsgesetz. Was fordern Sie noch?

Das bisher geltende Recht ist nicht schlecht, aber wir müssen klarer vermitteln: In welchen Branchen und Berufen gibt es Nachfrage nach ausländischen Fachkräften? Und mit welchen Fähigkeiten und Kompetenzen im Angebot lassen wir Jobsuchende ins Land? Jeweils muss ein Zugang nach Deutschland möglich sein, dann kann Einwanderung ein Erfolg werden.

Zum Interview auf bild.de (Bezahlartikel)