1. Home
  2. Presse
  3. In den Medien
  4. So gefährlich ist eine weitere Zinssenkung
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Michael Hüther in der Bild Gastbeitrag 3. Juni 2014

So gefährlich ist eine weitere Zinssenkung

Dass die Krise in Europa bei allen Fortschritten noch nicht vorbei ist, erkennt jeder an der Geldpolitik, schreibt IW-Direktor Michael Hüther in der Bild-Zeitung. Genauer: an den extrem niedrigen Zinsen.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mit einem Sparbrief wird kaum noch der Schutz vor Inflation erwirtschaftet. Den realen Wert des Geldvermögens zu sichern, ist derzeit also auf diesem Wege nicht so einfach möglich.

Am Donnerstag tagt der EZB-Rat, die Kapitalmärkte erwarten eine weitere Zinssenkung. Das wäre für die Sparer keine gute Nachricht.

Und es würde auch den Südländern der Eurozone nicht helfen. Dort liegt das Problem bei den Banken, deren Unrat in den Bilanzen neue Kredite an Mittelständler verhindert.

Die Zinssenkung erschwert der Europäischen Zentralbank die Rückkehr zu einer neutralen Politik, zu der ein Zins von eher 3 Prozent als von null passt.

Sie plündert die Ersparnisse aus, sie bedroht die Lebensversicherung.

Und: Sie schürt die Gefahr einer neuen Blase an der Börse. Die Hoffnung der Börsianer, eine Zinssenkung könnte den Dax über die Hürde von 10000 Punkten hieven, steht deshalb auf dünnem Eis.

Nichts wäre gewonnen, wenn ein baldiger Kursrutsch dafür den Boden entzieht.

Dennoch gilt: Die niedrigen Inflationsraten weit unter dem Inflationsziel der EZB machen Sorge.

Das Abdriften in eine Deflation – also anhaltend sinkendes Preisniveau – wäre fatal. Das zeigt der Fall Japan seit über 20 Jahren. Deshalb hat EZB-Chef Draghi recht: Eine Notenbank muss auch das Deflationsrisiko ernst nehmen.

Aber: Die erwartete Zinssenkung bringt in diesem Fall nichts. Ungewohnte Instrumente, wie der Kauf von Anleihen oder verfügte negative Zinsen auch nicht.

Manchmal muss man Geduld haben: So sind angesichts guter Konjunktur und ausgelasteter Maschinen wieder höhere Inflationsraten zu erwarten.

Jedenfalls gibt es keinen Grund für Aktionismus.

Zum Gastbeitrag auf bild.de

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Der Volkswirt Joachim Nagel soll neuer Bundesbankchef werden.
Michael Hüther im Handelsblatt-Podcast Audio 24. Dezember 2021

Bundesbank: „Ein Glücksfall für die Geldpolitik”

Joachim Nagel wird neuer Präsident der Deutschen Bundesbank. Er ist Vertreter einer stabilitätsorientierten Geldpolitik. Was bedeutet diese Entscheidung für die künftige Geldpolitik in Europa? Darüber diskutieren HRI-Präsident Bert Rürup und IW-Direktor ...

IW

Artikel lesen
Markus Demary / Cornelius Kruse / Jonas Zdrzalek IW-Report Nr. 46 10. Dezember 2021

Welche Inflationsunterschiede bestehen in der Bevölkerung?

Inflationssorgen sind zunehmend wieder ein Thema in der Öffentlichkeit. Nach einer ausgedehnten Phase der Niedriginflation sind die Inflationsraten nun, teils auch durch gleichzeitig auftretende Sondereffekte, wieder angestiegen. Dies wirft vor allem Fragen ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880