„Es braucht Rahmenbedingungen, unter denen eine Ausweitung der individuellen Arbeitszeit attraktiv wird”, sagt IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel.
Deutsche arbeiten weniger: Werden wir unseren Wohlstand halten können?
Deutschland steht vor der Herausforderung, dass in den kommenden Jahren Millionen mehr Menschen das Rentenalter erreichen als in das Erwerbsalter hineinwachsen. Wenn aus diesem Missverhältnis keine Wohlstandseinbußen und Verteilungskonflikte resultieren sollen, muss unter anderem das vorhandene Arbeitskräftepotenzial besser ausgeschöpft werden. Letzteres ist durch eine Erhöhung der Erwerbsbeteiligung und/oder eine Ausweitung der Arbeitszeit erreichbar.
Ein internationaler Vergleich zeigt, dass die Erwerbsbeteiligung in Deutschland hoch ist, die Pro-Kopf-Arbeitszeit hingegen weit geringer als in anderen Ländern ausfällt. Die hohe Erwerbsbeteiligung kompensiert aber nicht die geringe Arbeitszeit.
Im Ergebnis schöpfen wir unser Potenzial unterdurchschnittlich aus, obwohl wir vor überdurchschnittlichen demografischen Herausforderungen stehen. Für die Politik sollte daher klar sein: Der Hebel liegt bei der Arbeitszeit. Es braucht Rahmenbedingungen, unter denen eine Ausweitung der individuellen Arbeitszeit attraktiv wird.
Wirtschaftliches Wachstum im demografischen Wandel
Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird in Deutschland demografisch bedingt bis zum Jahr 2040 um 4,3 Millionen oder 7,7 Prozent sinken.
IW
KI-Nähe des Berufs bisher kein Nachteil auf dem Arbeitsmarkt
Die KI-nahe Beschäftigung gewinnt in Deutschland an Bedeutung. Dies liegt auch daran, dass der Beschäftigungsanteil von Fachkräften sinkt und jener von Experten und Spezialisten zunimmt.
IW