Mehr Spielräume bedeuten mehr Verantwortung für Arbeitgeber und Beschäftigte, schreibt IW-Expertin für Personalökonomik Andrea Hammermann in einem Gastbeitrag 3auf1 für den Tagesspiegel.
Höchstarbeitszeit pro Woche statt Tag: Welche Folgen hätte das für Arbeitnehmer?
Der Wechsel zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit ist ein sinnvoller Schritt, um das Arbeitszeitgesetz in Deutschland an die heutige Realität vielfältiger Flexibilitätswünsche und -anforderungen von Beschäftigten und Arbeitgebern anzupassen. Ob und wann längere Tagesarbeitszeiten zugunsten von Freizeiten an anderer Stelle sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Tätigkeit und der Lebenssituation der Beschäftigten ab.
Im Koalitionsvertrag sind daher zu Recht die Sozialpartner aufgerufen, die Chancen und Risiken im jeweiligen Arbeitskontext abzuwägen. Mehr Flexibilität bietet mehr Möglichkeiten, Arbeit effektiv und individuell passend zu gestalten. Dabei sind Arbeitsschutz und Arbeitsproduktivität keine Gegensätze, sondern beide Teil einer nachhaltigen Arbeitsgestaltung.
Mehr Gestaltungsspielräume gehen aber auch mit mehr Verantwortung für Arbeitgeber und Beschäftigte einher, die neuen Freiräume im Sinne produktiver, gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen auszugestalten. Der Gesetzgeber sollte den handelnden Akteuren der betrieblichen Praxis dies zutrauen und das Versprechen im Koalitionsvertrag einlösen.
Frankreich und Deutschland: Mehr Arbeitsvolumen bringt Wachstum
Frankreich holt nach Reformen bei der Aktivierung von Jüngeren und Älteren aus der Nicht-Erwerbstätigkeit im Vergleich zu Deutschland auf. In Frankreich wuchs das Arbeitsvolumen und das Bruttoinlandsprodukt legte deutlich stärker zu als hierzulande.
IW
Schatten-KI: Beschäftigte sind schneller als ihre Betriebe
Knapp drei von zehn Beschäftigten, die Künstliche Intelligenz (KI) beruflich nutzen, greifen dabei auf Tools zurück, die ihr Arbeitgeber nicht bereitgestellt hat. Diese „Schatten-KI“ ist ein Nachfragesignal.
IW