Mit seinen neuen Erkenntnissen zur Unternehmensperspektive auf die Anerkennungsverfahren in Deutschland konnte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Mai und Juni Diskussionen auf europäischer Bühne anstoßen. In Brüssel stellten Dirk Werner und Gesina Leininger zentrale Erkenntnisse im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss vor.
IW-Studie zur Berufsanerkennung stößt europaweit auf Interesse
Wer seinen Beruf im außereuropäischen Ausland erlernt hat, kann diesen nicht automatisch in jedem europäischen Land ausüben. In der Regel ist eine offizielle Anerkennung erforderlich, die bestätigt, dass die Berufsqualifikation mit der im Zielland gleichwertig ist. Das Problem in Deutschland: Aus Unternehmenssicht dauern die Anerkennungsverfahren immer noch zu lange und sollten digitaler ablaufen. Wie schauen Unternehmer in anderen europäischen Staaten auf ihre langfristige Fachkräftesicherung? Gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels ist eine europäische Vernetzung zielführend, um durch eine verstärkte Zusammenarbeit den Fachkräftebedarf Europas zu sichern.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer Studie untersucht, wie wichtig die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse für Unternehmen in Deutschland ist. Die Studie war auch Thema beim Fachtreffen am 16. Mai in Oslo. Daniel Wörndl, Projektleiter des BQ-Portals, war dort auf Einladung des Norwegian Directorate for Higher Education and Skills zu Gast. Im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der norwegischen Anerkennungsstelle und des Bildungsministeriums ging es um aktuelle Herausforderungen – und um Chancen für mehr Zusammenarbeit in Europa.
Auch in Brüssel fand die Studie große Beachtung. Auf Einladung des IW-Büros wurden die Ergebnisse im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss vorgestellt. Im Anschluss diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von CEDEFOP, der European Training Foundation, dem Norwegian Directorate und aus der Wirtschaft die zentralen Erkenntnisse. Der Tenor: Eine stärkere europäische Vernetzung und Transparenz von ausländischen Berufsabschlüssen sind zentrale Hebel, um Fachkräftepotenziale besser zu nutzen.
Abschließend fand eine Präsentation im Europäischen Parlament statt. Die Abgeordneten Nela Riehl und Brigitte van den Berg hatten eingeladen. Gemeinsam mit Mikko Vieltojärvi vom finnischen Industrieverband ging es um die Frage: Wie lassen sich Anerkennungsverfahren vereinfachen und Mobilitätsbarrieren abbauen?
Das Thema bleibt aktuell: Im Herbst könnten die Ergebnisse auf der Internationalen Anerkennungskonferenz (TAICEP) in Kroatien vorgestellt werden.
Link zur Studie: https://www.iwkoeln.de/studien/gesina-leininger-sarah-pierenkemper-dirk-werner-luena-zifle-franziska-arndt-gero-kunath-anerkennung-auslaendischer-berufsabschluesse-aus-unternehmenssicht.html
Berufliche Bildung unter Druck: Mit Zukunftsmut die Transformation gestalten
Im nunmehr vierten Jahr der aktuellen Konjunktur- und Standortkrise geraten Arbeitsmarkt und Berufliche Bildung zunehmend unter Druck.
IW
Wer baut die Zukunft? Fachkräftemangel als Bremse für Wachstum und Investitionen in Deutschland
Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) bietet eine vielversprechende Chance für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Gelingen Infrastruktur-Modernisierung und Klima-Transformation, profitieren Unternehmen, Beschäftigte und die Gesellschaft insgesamt.
IW