Hohe Kraftstoffpreise und die Einführung von CO2-Emissionsgrenzwerten für Pkw haben in der EU den Trend zu verbrauchsärmeren Pkw befeuert. Die Hersteller sind inzwischen verpflichtet, die Emissionen der Neuwagenflotten bis zum Jahr 2021 von 130 Gramm CO2 pro Kilometer auf 95 Gramm zu senken. Das sind die schärfsten Grenzwerte der Welt. Mehr geht zwar immer, aber die Kosten für entsprechende technische Lösungen steigen mit jedem Gramm eingesparten CO2. So investieren die Hersteller größerer Fahrzeuge derzeit in die Elektrifizierung der Antriebsstränge.
Straßenverkehr in den Emissionshandel?
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Hohe Kraftstoffpreise und die Einführung von CO2-Emissionsgrenzwerten für Pkw haben in der EU den Trend zu verbrauchsärmeren Pkw befeuert. Die Hersteller sind inzwischen verpflichtet, die Emissionen der Neuwagenflotten bis zum Jahr 2021 von 130 Gramm CO2 pro Kilometer auf 95 Gramm zu senken. Das sind die schärfsten Grenzwerte der Welt. Mehr geht zwar immer, aber die Kosten für entsprechende technische Lösungen steigen mit jedem Gramm eingesparten CO2. So investieren die Hersteller größerer Fahrzeuge derzeit in die Elektrifizierung der Antriebsstränge.
Im Vergleich zu anderen Sektoren ist CO2-Vermeidung im Straßenverkehr sehr teuer. Pro Tonne CO2 fallen aktuell Kosten von bis zu 250 Euro an. Wenn weiter technisch aufgerüstet wird, ist im Jahr 2021 mit Kosten von 400 Euro pro Tonne zu rechnen. Volkswirtschaftlich gesehen wäre es kostengünstiger, in anderen Wirtschaftszweigen Grenzwerte zu setzen oder zu erhöhen. Wenn etwa eine alte Heizung durch eine neue ersetzt wird, betragen die Umstellungskosten pro Tonne Kohlendioxid nur 15 Euro. Mit weniger Geld kann also mehr erreicht werden. Der Umwelt ist es letztlich egal, wo Kohlendioxid eingespart wird.
Der derzeitige Regulierungsansatz, über Grenzwerte den CO2-Ausstoß zu mindern, ist aber nicht nur finanziell ausgereizt, er hat zudem einige systemische Schwächen:
Die Emissionen werden in einem normierten Test gemessen. Egal wie der Test gestaltet wird - er kann nur begrenzt die Realität abbilden. Es wird mithin nur ein Potenzial gemessen, nicht die Realität. Außerdem werden die Emissionen nicht zuletzt ganz wesentlich durch den individuellen Fahrstil bestimmt. Schwere Lkw bleiben außen vor. Lastwagen verursachen etwa 40 Prozent der Emissionen im Straßenverkehr. Bislang ist es aber nicht gelungen, sinnvolle Grenzwerte für schwere Lkw zu formulieren.
Ein gangbarer Weg, um diese Schwächen zu heilen, wäre die Einbeziehung des Straßenverkehrs in den europäischen Emissionshandel. Die Kosten für dieses Verfahren können an der Tankstelle auf den Benzin- und Dieselpreis aufgeschlagen werden. Aus Sicht der Autofahrer wären diese Kosten noch überschaubar. Auch die Einbeziehung von Lastkraftwagen wäre kein Problem, da auch sie ihren Kraftstoff aus der gleichen Quelle beziehen wie Pkw.
Trotz dieser Vorteile kann der Emissionshandel aber nur eine sinnvolle Ergänzung zur bestehenden Regulierung sein. Langfristig schärfere Grenzwerte sind – wenn neue Technologien nicht übers Knie gebrochen werden müssen – durchaus akzeptabel und sinnvoll. Sie verhindern, dass die hohe Zahlungsbereitschaft für Mobilität dazu führt, dass der Verkehr langfristig sämtliche Klimaauflagen durch Zertifikatszukäufe abarbeitet.
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