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Susanne Seyda IW-Report Nr. 10 28. März 2019 Digitalisierung und Weiterbildung: Industrie 4.0 versus Dienstleistung 4.0

Digitalisierung ist ein gesamtwirtschaftliches Phänomen, das sich zwischen den Wirtschaftsbereichen in Ausmaß und Auswirkungen unterscheidet. In der öffentlichen Debatte wird Digitalisierung häufig mit dem Verarbeitenden Gewerbe in Zusammenhang gebracht, etwa in der Debatte zu Industrie 4.0. Tatsächlich zeigen die Ergebnisse der aktuellen IW-Weiterbildungserhebung aber, dass das Bild nicht so eindeutig ist.

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Industrie 4.0 versus Dienstleistung 4.0
Susanne Seyda IW-Report Nr. 10 28. März 2019

Digitalisierung und Weiterbildung: Industrie 4.0 versus Dienstleistung 4.0

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Digitalisierung ist ein gesamtwirtschaftliches Phänomen, das sich zwischen den Wirtschaftsbereichen in Ausmaß und Auswirkungen unterscheidet. In der öffentlichen Debatte wird Digitalisierung häufig mit dem Verarbeitenden Gewerbe in Zusammenhang gebracht, etwa in der Debatte zu Industrie 4.0. Tatsächlich zeigen die Ergebnisse der aktuellen IW-Weiterbildungserhebung aber, dass das Bild nicht so eindeutig ist.

Dienstleistungsunternehmen nutzen mehr neue digitale Technologien als das Verarbeitende Gewerbe, wie beispielsweise digitale Vertriebswege und digitale Dienstleistungen. Unternehmensnahe Dienstleister nutzen im Schnitt 2,4 von acht abgefragten neuen digitalen Technologien, gesellschaftsnahe Dienstleister 2,3 und Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes nur 2,1. Im Verarbeitenden Gewerbe sind vor allem die kleinen Unternehmen wenig digitalisiert, während die großen Unternehmen zu den Vorreitern zählen.

Digitale Technologien sind Treiber der Weiterbildung. Unternehmen, die viele digitale Technologien nutzen, sind häufiger weiterbildungsaktiv und wenden mehr Geld und Zeit für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter auf. Da technologiegetriebene Weiterbildung in der Industrie eine längere Tradition hat als im Dienstleistungsbereich, lösen neue Technologien einen weniger sprunghaften Weiterbildungsbedarf aus.

Chancen der Digitalisierung werden erkannt. In allen Wirtschaftsbereichen werden mehr Chancen als Risiken in der Digitalisierung gesehen. Unternehmensnahe Dienstleister sehen die größten Chancen in der Digitalisierung; die geringsten sehen Industrieunternehmen.

Inhalte der Weiterbildung werden durch die Digitalisierung vielfältiger und beschränken sich nicht nur auf IT-Kenntnisse. Berufliches Fachwissen bleibt der wichtigste Weiterbildungsinhalt. Soft Skills wie Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit sowie Selbstständigkeit, Planungs- und Organisationsfähigkeit gewinnen im Rahmen der Digitalisierung an Bedeutung. Branchen- und unternehmensspezifische Besonderheiten sollten bei der Bereitstellung von Lernangeboten berücksichtigt werden.

Führungskompetenzen gewinnen in allen Branchen an Bedeutung, um Führungskräfte für „Digital Leadership“ zu qualifizieren.

IT-Kenntnisse werden vor allem bei den unternehmensnahen Dienstleistern in Weiterbildung vermittelt. IT-Anwender- und IT-Fachkenntnisse werden im Verarbeitenden Gewerbe und bei den gesellschaftsnahen Dienstleistern vergleichsweise selten vermittelt, auch weil die Nutzung mobiler sowie stationärer Geräte dort eine geringere Verbreitung hat als bei den unternehmensnahen Dienstleistern.

Ein digitales Mindset erhöht die Bereitschaft, sich digital weiterzubilden. Wenn im Unternehmen ein digitales Mindset vorhanden ist, das sich darin äußert, dass die Unternehmen große Chancen in der Digitalisierung sehen, dann werden auch häufiger digitale Weiterbildungsangebote genutzt.

Kleine Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes nutzen am seltensten digitale Lernangebote, während große Industrieunternehmen zu den Vorreitern der Nutzung von E-Learning zählen.

Didaktische Potenziale stärker nutzen. Während die hohe Flexibilität digitaler Lernangebote von vielen Unternehmen geschätzt wird, sehen relativ wenig Unternehmen didaktische Vorteile bei der Nutzung neuer Medien in der Weiterbildung – hier besteht noch Handlungsbedarf, sowohl hinsichtlich der Erkenntnis, was digitale Medien können, aber auch hinsichtlich des Wissens über die Qualität der Angebote.

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