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Sarah Fluchs / Manuel Fritsch / Carmen Schleicher/ Benita Zink Gutachten 15. Dezember 2022 Ökonomische Betrachtung des Waldes: Die Bedeutung deutscher Wälder für den Klimawandel

Der Wald trägt durch unterschiedliche Leistungen dazu bei, dem Klimawandel entgegenzuwirken. So kann ein gesunder Wald als Kohlenstoffsenke fungieren, indem er Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufnimmt und Sauerstoff an die Umgebung abgibt.

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Die Bedeutung deutscher Wälder für den Klimawandel
Sarah Fluchs / Manuel Fritsch / Carmen Schleicher/ Benita Zink Gutachten 15. Dezember 2022

Ökonomische Betrachtung des Waldes: Die Bedeutung deutscher Wälder für den Klimawandel

Gutachten im Auftrag der AGDW - Die Waldeigentümer / Familienbetriebe Land und Forst e.V.

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Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Der Wald trägt durch unterschiedliche Leistungen dazu bei, dem Klimawandel entgegenzuwirken. So kann ein gesunder Wald als Kohlenstoffsenke fungieren, indem er Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufnimmt und Sauerstoff an die Umgebung abgibt.

Der Wald ist ebenso Lebensraum und, wenn biologisch intakt, Grundlage für Biodiversität und Artenschutz. Außerdem ist er ein Lieferant nachwachsender Rohstoffe, die andere, oft umweltschädlichere Materialien ersetzen können. Der Wald dient zudem als Erholungsgebiet und wird für verschiedene kulturelle Aktivitäten genutzt. Voraussetzung für das Bereitstellen dieser Ökosystemleistungen ist die Gesundheit des Waldes. Allerdings leidet der Wald bereits unter den Folgen des Klimawandels und er muss sich entsprechend an die sich ändernden Bedingungen anpassen, damit er durch den Klimawandel nicht zu stark geschädigt wird und seine Funktionen nicht noch weiter eingeschränkt werden. Demnach fokussieren forstliche Klimaschutzmaßnahmen auf den Erhalt und die Ausweitung des Kohlenstoffspeichers.

Die vorliegende Studie setzt bei dem Ziel an die Wälder an den Klimawandel anzupassen und gleichzeitig deren Klimaschutzwirkung zu erweitern. Das Erreichen dieses Ziels bedarf aufgrund der natürlichen Systemkomplexität im Ökosystem Wald und der vielfältigen Wirkungszusammenhänge einer eingehenden Analyse. Bewirtschaftete und nicht-bewirtschaftete Waldflächen leisten einen unterschiedlichen Beitrag zum Klimaschutz. Beispielsweise besteht der Sekundärspeicher in Holzprodukten nur in bewirtschafteten Wäldern. Gemäß der Waldstrategie 2050 verbessern die Waldbewirtschaftung und der Holzeinsatz aktuell die deutsche CO2-Bilanz um circa 11 bis 14 Prozent.

Durch eine Ökonomisierung der Ökosystemleistungen lässt sich der vielfältige Nutzen des Waldes für die Menschen quantifizieren, der weit über den monetären Wert des Rohstoffs Holz hinaus geht. Diejenigen forstlichen Maßnahmen, die auf die Ausweitung des Klimaschutzbeitrags abzielen, müssen folglich eine Form der Honorierung finden, damit eine Umsetzung lohnenswert ist. Dies ist unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten dann der Fall, wenn eine Ausweitung der Ökosystemleistung Klimaschutzbeitrag wirtschaftlich attraktiv ist. Während forstliche Maßnahmen Grundlagen für Klimaschutz und Klimawandelanpassungen der Wälder legen können, ist die Umsetzung in vielen Fällen einerseits von einer politischen Flankierung und Unterstützung sowie andererseits von entsprechenden Maßnahmen in nachgelagerten Wertschöpfungsstufen abhängig.

Mit dem Ziel einer ökonomischen Bewertung des Waldes zeigt diese Studie anhand einer Metaanalyse existierender Studien die quantitative Bandbreite wichtiger Ökosystemleistungen, um den Einfluss der Bewirtschaftung des Waldes auf den Klimawandel zu beschreiben. Bei der Analyse des Spannungsfelds zwischen Naturschutz und Forstwirtschaft werden unterschiedliche Effekte beleuchtet. Ein zentrales Ergebnis ist der Verlagerungseffekt als Folge einer möglichen geringeren Produktion im Inland. Im Ausland findet die Bewirtschaftung von Wäldern unter anderen Standards statt, die nicht selten niedriger sind als in Deutschland.

Insgesamt sind mehr als eine Million Beschäftigte in der Wertschöpfungskette Holz in Deutschland tätig. Rund 57 Milliarden Euro Wertschöpfung wurden in der Wertschöpfungskette Holz erwirtschaftet. Die deutsche Forstwirtschaft ist vor allem als Zulieferer der Holz und Holzprodukte verarbeitenden Branchen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Studie unterstreicht einerseits die hohe Bedeutung der regionalen Wertschöpfungskette Holz und zeigt damit, dass Substitutionspotenziale einer reduzierten Forstwirtschaft in Deutschland begrenzt sind und andererseits, dass durch eine Bewirtschaftung die verschiedenen Funktionen und damit die Beiträge zum Klimaschutz weiterhin gewährleistet werden können

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Sarah Fluchs / Manuel Fritsch / Carmen Schleicher/ Benita Zink Gutachten 15. Dezember 2022

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