Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bleibt eine der drängendsten sozialpolitischen Herausforderungen unserer Zeit. In vielen deutschen Großstädten fehlen seit Jahren ausreichend Wohnungen, um die hohe Nachfrage zu decken.
Wohnimmobilien
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bleibt eine der drängendsten sozialpolitischen Herausforderungen unserer Zeit. In vielen deutschen Großstädten fehlen seit Jahren ausreichend Wohnungen, um die hohe Nachfrage zu decken.
Der Wohnungsmangel hält an
Hiervon sind alle Bevölkerungsschichten negativ betroffen, insbesondere Wohnungssuchende und einkommensschwache Familien. Die Corona-Pandemie und die zuletzt schwache wirtschaftliche Entwicklung konnten am persistenten Wohnungsmangel wenig ändern. Schlimmer noch: Durch die gestiegenen Baukosten und Zinsen befindet sich der Wohnungsbau in einer veritablen Krise, sodass die Bautätigkeit seit 2022 rückläufig ist und sich der Wohnungsmangel vielerorts weiter vergrößert hat.
Wohnungsbau in der Krise
Die Zielsetzung der letzten und der noch aktuellen Bundesregierung, jährlich 375.000 bzw. 400.000 neue Wohnungen zu bauen, wurden nie erreicht und zuletzt immer deutlicher verfehlt. Die Wohnungspolitik der letzten Jahre war geprägt von vielen kleinen Maßnahmen und Reformen, die in der Summe nicht zu den erforderlichen Rahmenbedingungen geführt haben, ausreichend Wohnungsbau und Investitionen in die Wohnungsbestände anzustoßen. Zudem wurde nicht angemessen auf die neuen Herausforderungen reagiert, die sich seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 und dem Verfassungsgerichtsurteil im November 2023 stellen.
Wohnungspolitik: Ziele verfehlt
Die Wohnraumknappheit in Ballungsräumen ist nicht nur ein soziales, sondern auch ein gesamtwirtschaftliches Problem, da sie den Zuzug von Arbeitskräften in den besonders dynamischen Regionen erschwert. Mehr Wohnungsbau ist möglich, wenn die Ursachen der geringen Investitionsneigung beseitigt werden. Die zentralen Probleme betreffen das fehlende Angebot an Flächen zur Bebauung in den wachsenden Städten und Gemeinden sowie die bürokratischen Hürden und hohen Standards, die zu langwierigen Genehmigungsverfahren und steigenden Kosten führen. Um diese Probleme zu adressieren, braucht es ein umfassendes und koordiniertes Vorgehen aller beteiligten Akteure und die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen

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