Der Wohnungsmarkt befindet sich seit dem starken Anstieg der Bau- und Finanzierungskosten in einer zähen Anpassungsphase.
Wohnimmobilien
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Der Wohnungsmarkt befindet sich seit dem starken Anstieg der Bau- und Finanzierungskosten in einer zähen Anpassungsphase.
Nach dem Einbruch der Bautätigkeit und dem Rückgang der Immobilienpreise tritt der Markt nun in eine neue Phase, bei der noch nicht abzusehen ist, ob erneut zu einem starken Wachstum vergangener Tage zurückgekehrt werden kann. Auch 2026 zeigt der Markt ein uneinheitliches Bild: Die Bautätigkeit bleibt gedämpft, da der Rückgang der Genehmigungen mit Verzögerung bei den Fertigstellungen ankommt. Gleichzeitig steigen die Preise wieder, und die Investitionen in den Wohnungsbau ziehen langsam wieder an.
Neben dem Zinsumfeld und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wird mittelfristig die zentrale Frage sein, inwieweit die Politik es schafft, die Rahmenbedingungen für den Wohnungsmarkt strukturell zu verbessern. Den massiv gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten sollte mit einer aktiven Politik begegnet werden, welche die zentralen Strukturprobleme des Wohnungsmarktes adressiert. Das vorzeitige Ende der Ampelkoalition am 6. November 2024 traf den Wohnungsmarkt in einer besonders schwierigen Phase. Wichtige Reformvorhaben wie zum Beispiel der „Wohnungsbau-Turbo“ konnten dadurch erst verzögert im Herbst 2025 umgesetzt werden. Mit der neuen Bundesregierung im Mai 2025 und den Ankündigungen im Koalitionsvertrag kam die Hoffnung auf, dass nun eine Reihe von Maßnahmen schnell ergriffen werden. Konkret angekündigt wurde eine BauGB-Novelle in zwei Stufen, die das Baurecht und die Flächenmobilisierung beschleunigt. Zudem sollen die Baukosten durch Reformen bei den Standards und Normen gesenkt und die Förderungen vereinfacht (KfW-Programme) und gestärkt (Sozialer Wohnungsbau, Wohneigentumsbildung) werden.
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