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Gutachten 21. Juni 2022 Ralph Henger / Michael Voigtländer Aktuelle Ergebnisse des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI): Massiver Stimmungseinbruch

Die zweite Befragung der Immobilienunternehmen im Jahr 2022 im Rahmen des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) dokumentiert einen massiven Stimmungseinbruch. Sowohl die Lage als auch die Erwartungen haben sich deutlich verschlechtert.

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Massiver Stimmungseinbruch
Gutachten 21. Juni 2022 Ralph Henger / Michael Voigtländer

Aktuelle Ergebnisse des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI): Massiver Stimmungseinbruch

Gutachten im Auftrag des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.

Ralph Henger / Michael Voigtländer Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die zweite Befragung der Immobilienunternehmen im Jahr 2022 im Rahmen des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) dokumentiert einen massiven Stimmungseinbruch. Sowohl die Lage als auch die Erwartungen haben sich deutlich verschlechtert.

Zum ersten Mal ist das Immobilienklima negativ und sinkt im Vergleich zum Vorquartal von 30,7 auf -5,5. Damit ist die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Immobilienunternehmen deutlich schlechter als während der Corona-Pandemie. Dies liegt vorrangig an den trüben Erwartungen für die nächsten 12 Monate, die mit einem Wert von -42,9 einen Negativ-Rekord erreichen. Offensichtlich befürchten viele Unternehmen, dass der Immobilienmarkt bei der Melange aus steigenden Zinsen und hohen Baukosten bei gleichzeitig schwacher Konjunktur kippt. Vieles deutet darauf hin, dass der Markt nun in eine Abschwungphase eintritt und damit ein neuer Immobilienzyklus eingeläutet wird. Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Im Bürosektor bricht das Immobilienklima am stärksten ein und sinkt von +49,3 auf -1,7. Nach einem leichten Anstieg im Vorquartal gehen vor allem die Erwartungen zurück. Nachdem der Büromarkt insgesamt relativ robust und besser als erwartet die Corona-Pandemie überstanden hat, zeichnet sich nun ab, wie sich die Welt nach Covid-19 darstellen könnte. Viele Unternehmen befürchten deutlich weniger Nachfrage und nachlassende Preise und Mieten.
  • Im Handelsimmobiliensektor sinkt das Immobilienklima von +40,5 auf +3,5. Die Unternehmen sind noch immer sehr unterschiedlich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Das Segment ist weiterhin davon gekennzeichnet, dass einige Unternehmen im stationären Einzelhandel unter den bis zuletzt stark eingebrochenen Umsätzen leiden, während andere Unternehmen expandieren konnten.
  • Im Wohnsegment dreht das Immobilienklima ins Negative. Der Indexwert sinkt von +22,6 auf -19,5 und ist damit der schlechteste aller Segmente. Das Hauptthema beim Wohnen sind die gestiegenen Finanzierungskosten, welche die Erschwinglichkeit von Immobilien für private Haushalte verringern. Die geringere Erschwinglichkeit könnte zu einem nachhaltigen Rückgang bei den Preisen und bei der Nachfrage führen. Die Wohnungsunternehmen schätzen ihre Geschäftslage mit +29,7 relativ gut ein. Mit einem Wert von -58,1 haben die Unternehmen aber die pessimistischsten Erwartungen für die nächsten 12 Monate.
  • Auch das Immobilienklima der Projektentwickler dreht ins Negative. Der Indexwert verschlechtert sich von +19,7 auf -6,9. Die Projektentwickler leiden am stärksten unter den sich rapide veränderten Rahmenbedingungen. Viele Entwickler sind bei ihren laufenden Bauprojekten mit Lieferschwierigkeiten, Verzögerungen und steigenden Materialpreisen konfrontiert. Die Anteile der Vorverkäufe und Vorvermietungen gehen spürbar zurück. War die Stimmung speziell im zweiten Jahr der Corona-Pandemie besonders positiv, trübt sie sich nun mit am deutlichsten ein.

Die aktuelle Sonderfrage untersucht, wie stark die vorzeitigen Beendigungen und wechselnden Angebote der staatlichen Förderungen der KfW für energieeffiziente Neubauten den Neubau beeinträchtigt haben. Eine Mehrheit der Unternehmen gibt an, dass sie Projekte wegen veränderter und ausgefallener Neubauförderung zurückgestellt hat (54 %) oder es bei laufenden Projekten zu Verzögerungen kam (51 %). Um ausreichend bezahlbaren Wohnungsraum zu schaffen, muss es der Politik daher in Zukunft gelingen, Klimaschutzbelange und die angedachte Anhebung von Neubaustandards zusammen mit den Förderangeboten in einem langfristigen Konzept besser auszutarieren.

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Massiver Stimmungseinbruch
Gutachten 21. Juni 2022 Ralph Henger / Michael Voigtländer

Aktuelle Ergebnisse des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI): Massiver Stimmungseinbruch

Gutachten im Auftrag des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.

Ralph Henger / Michael Voigtländer Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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