Mindestenergieeffizienzstandards (Minimum Energy Performance Standards, MEPS) sind ein politisches Instrument zur Festlegung verbindlicher Mindestanforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden.
Wirtschaftlich umsetzbare Energieeinsparungen realisieren durch Mindesteffizienzstandards für Nichtwohngebäude
Report des Ariadne Kopernikus-Projekts "Die Zukunft unserer Energie", gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Mindestenergieeffizienzstandards (Minimum Energy Performance Standards, MEPS) sind ein politisches Instrument zur Festlegung verbindlicher Mindestanforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden.
Die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) sieht vor, dass MEPS für Nichtwohngebäude eingeführt werden. Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 16 % der energetisch ineffizientesten Nichtwohngebäude zu modernisieren und diesen Anteil bis 2033 auf 26 % zu erhöhen. Im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) wird beschrieben, wie MEPS für Nichtwohngebäude in Deutschland umgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie, welche Gebäude mit welchen Eigenschaften potenziell unter die MEPS-Regelungen fallen könnten und welche Auswirkungen sich daraus insbesondere im Hinblick auf die wirtschaftliche Belastung von Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern sowie Gebäudenutzerinnen und -nutzern ergeben.
Die Studie fokussiert exemplarisch auf Büroimmobilien und Kindertagesstätten und leitet für diese indikative Energiebedarfs- und -verbrauchswerte ab, die wertvolle Erkenntnisse zu den Festlegungen im GModG liefern. Es wird untersucht, welche Eigenschaften auf die Gebäude zutreffen, die nach diesen Schwellenwerten unter MEPS fallen. Zudem wird dargestellt, welche technischen Optionen und Potenziale es für Energieeinsparungen und die MEPS-Erfüllung bei Nichtwohngebäuden gibt. Anhand von Berechnungen zu Typgebäuden wird aufgezeigt, dass MEPS bereits durch niederschwellige Maßnahmen wirtschaftlich erreichbar sind: durch den Einsatzenergie effizienter Beleuchtungssysteme wie LEDs, die Installation von Photovoltaikanlagen und eine Heizungsoptimierung. Dies gilt insbesondere für Nichtwohngebäude mit hohen Stromverbräuchen für Lüftung, Kühlung und Beleuchtung.
Die im Rahmen der Studie durchgeführten Experteninterviews verdeutlichen, dass viele Akteure bereits ihre Bestände energetisch modernisieren, aber mit unterschiedlichen Herausforderungen wie hohen Investitionskosten oder organisatorischer Überforderung konfrontiert sind. Bei Kindertagesstätten kommt erschwerend hinzu, dass diese häufig von Trägern betrieben werden, die nicht zu gleich Eigentümer der Gebäude sind. In solchen Konstellationen bestehen aufgrund der bestehenden Finanzierungs- und Anreizstrukturen oftmals nur geringe Anreize für energetische Modernisierungsmaßnahmen.
Wirtschaftlich umsetzbare Energieeinsparungen realisieren durch Mindesteffizienzstandards für Nichtwohngebäude
Report des Ariadne Kopernikus-Projekts "Die Zukunft unserer Energie", gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
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