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Gutachten 5. Mai 2026 Pekka Sagner / Michael Voigtländer Mehr Wohnraum schaffen – Leitplanken für eine neue Förderkulisse

Der deutsche Wohnungsmarkt befindet sich weiterhin in einer angespannten Situation. In vielen Regionen übersteigt die Nachfrage nach Wohnraum deutlich das Angebot, während die Bautätigkeit zuletzt stark zurückgegangen ist.

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Gutachten 5. Mai 2026 Pekka Sagner / Michael Voigtländer

Mehr Wohnraum schaffen – Leitplanken für eine neue Förderkulisse

Gutachten im Auftrag des Bundesverbands Baustoffe - Steine und Erden e. V.

Pekka Sagner / Michael Voigtländer Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Der deutsche Wohnungsmarkt befindet sich weiterhin in einer angespannten Situation. In vielen Regionen übersteigt die Nachfrage nach Wohnraum deutlich das Angebot, während die Bautätigkeit zuletzt stark zurückgegangen ist.

Neben dem Neubau besteht auch im Gebäudebestand ein erheblicher Handlungsbedarf, vor allem im Hinblick auf energetische Sanierungen. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie, wie Förderprogramme im freifinanzierten Wohnungsbau weiterentwickelt werden sollten. Die zentralen Erkenntnisse der Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Staatliche Förderung ist nur unter klaren Bedingungen gerechtfertigt: Förderprogramme sollten gezielt dort eingesetzt werden, wo Marktunvollkommenheiten oder außergewöhnliche wirtschaftliche Situationen vorliegen. Eine dauerhafte Subventionierung des regulären Wohnungsbaus ist ordnungspolitisch nicht sinnvoll. Insgesamt lassen sich vier zentrale Handlungsfelder für Förderpolitik identifizieren.
  • Stabilisierung des Wohnungsmarktes und der Konjunktur: Temporäre Programme können in Krisenzeiten helfen, starke Einbrüche der Bautätigkeit, die zu Versorgungsengpässen auf dem Wohnungsmarkt und stark steigenden Mieten führen, zu stabilisieren und Kapazitätsverluste im Baugewerbe zu vermeiden. Entsprechende Förderprogramme sollten daher klar befristet oder volumenmäßig begrenzt sein und gezielt Investitionen in wirtschaftlich schwachen Phasen anregen. Eine konjunkturelle Förderung sollte möglichst breit angelegt sein und nicht mit langfristigen Strukturzielen vermischt werden, um schnell und wirksam zusätzliche Bautätigkeit auszulösen.
  • Wohneigentum: Der Zugang zu Wohneigentum wird insbesondere durch hohe Eigenkapitalanforderungen erschwert. Förderinstrumente sollten daher gezielt die Eigenkapitallücke beim Immobilienerwerb adressieren. Geeignete Instrumente wären insbesondere Nachrangdarlehen der KfW, die von Banken als Eigenkapitalersatz anerkannt werden können, sowie Kreditprogramme zur Finanzierung der Erwerbsnebenkosten. Dadurch könnte Haushalten der Zugang zu Wohneigentum erleichtert werden, ohne den Immobilienerwerb dauerhaft zu subventionieren.
  • Nachhaltigkeit: Förderprogramme bleiben notwendig, um externe Effekte im Klimaschutz zu adressieren, insbesondere bei energetischen Sanierungen und der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Die Förderung sollte auf die Erhöhung der Energieeffizienz in der Breite sowie auf tatsächliche Emissionsminderungen ausgerichtet werden, etwa durch den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme, die Sanierung besonders ineffizienter Gebäude, das Verwenden CO2-ärmerer Baustoffe sowie durch die stärkere Berücksichtigung von Lebenszyklusemissionen und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.
  • Technologie: Produktivitätssteigerungen im Bauwesen erfordern stärkere Investitionen in Innovationen, etwa in serielles, modulares und typisiertes Bauen, digitale Planungsprozesse oder neue Baustoffe. Förderprogramme sollten daher gezielt die Anwendung und Skalierung solcher Technologien unterstützen, etwa durch zinsverbilligte Darlehen oder Zuschüsse für Projekte, die industrielle Vorfertigung, digitale Planungssysteme oder innovative Materialien einsetzen.
    Insgesamt zeigt die Studie, dass eine klar strukturierte Förderarchitektur, die sich an den vier zentralen Handlungsfeldern orientiert und gleichzeitig langfristige Planungssicherheit gewährleistet, einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und Stärkung des Wohnungsbaus in Deutschland leisten kann. Besonders wichtig ist dabei eine verlässliche Ausgestaltung der Programme: Investitionen im Wohnungsbau erfordern lange Planungszeiträume, weshalb stabile und vorhersehbare Förderbedingungen eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Förderpolitik darstellen.
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Gutachten 5. Mai 2026 Pekka Sagner / Michael Voigtländer

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Gutachten im Auftrag des Bundesverbands Baustoffe - Steine und Erden e. V.

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