1. Home
  2. Studien
  3. Stellungnahme: Bürokratiearme Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie
Oliver Stettes IW-Report Nr. 54 7. November 2025 Stellungnahme: Bürokratiearme Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie

Deutschland muss bis zum 7. Juni 2026 die 2023 verabschiedete EU-Entgelttransparenzrichtlinie in deutsches Recht umsetzen.

PDF herunterladen
Stellungnahme für die Kommission „Bürokratiearme Umsetzung der Entgelttransparenz-Richtlinie“
Oliver Stettes IW-Report Nr. 54 7. November 2025

Stellungnahme: Bürokratiearme Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie

Oliver Stettes Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Deutschland muss bis zum 7. Juni 2026 die 2023 verabschiedete EU-Entgelttransparenzrichtlinie in deutsches Recht umsetzen.

Die Bundesregierung hatte im Sommer eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge erarbeiten sollte, wie eine solche Umsetzung bürokratiearm gelingen kann. Der Bericht ist heute dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend übergeben worden.

Bereits heute ist klar, dass die Umsetzung alles andere als bürokratiearm werden dürfte. Im Gegenteil: sie wird mehr Bürokratie schaffen. Denn die Richtlinie ist schärfer als das bereits geltende Entgelttransparenzgesetz und ihr Geltungsbereich weiter. Der Auskunftsanspruch wird zum Beispiel künftig in allen Unternehmen unabhängig von deren Größe bestehen, die Berichtspflicht sich auf alle Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten erstrecken.

Entgelttransparenzrichtlinie und damit am Ende auch das deutsche Umsetzungsgesetz sollen einen Beitrag leisten, das weiterhin bestehende durchschnittliche Lohngefälle zwischen Männern und Frauen zu reduzieren. Enttäuschungen sind vorprogrammiert, denn bereits das geltende Entgelttransparenzgesetz war hierfür ungeeignet. Die Entgeltunterschiede sind vor allem auf unterschiedliches Berufswahlverhalten von Frauen und Männern zurückzuführen und sie spiegeln die Konsequenzen von privaten Entscheidungen über die Aufteilung von Sorgearbeit für die individuellen Berufsbiografien wider. Daran hat sich wenig geändert.

Die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch eine besser ausgebaute Kinderbetreuungsinfrastruktur bleibt der wirkungsvollste politische Ansatz für den Abbau von Lohnungleichheiten. Und: Politik darf und soll auch über die Bedeutung von Rollenbildern diskutieren. Mehr Dokumentationsaufwand in den Betrieben hilft hingegen gar nicht.  

PDF herunterladen
Stellungnahme für die Kommission „Bürokratiearme Umsetzung der Entgelttransparenz-Richtlinie“
Oliver Stettes IW-Report Nr. 54 7. November 2025

Stellungnahme: Bürokratiearme Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie

Oliver Stettes Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Ein Tag pro Woche für Bürokratie
Andrea Hammermann / Klaus-Heiner Röhl IW-Kurzbericht Nr. 94 18. November 2025

Ein Tag pro Woche für Bürokratie

Unternehmen in Deutschland klagen über einen „Bürokratie-Burnout“ durch die steigende Anzahl staatlicher Vorgaben in Gesetzen und Verordnungen. Die IW-Beschäftigtenbefragung bestätigt eine Zunahme des organisatorischen Aufwands in den Unternehmen, sodass die ...

Andrea Hammermann / Klaus-Heiner Röhl IW

Artikel lesen
Holger Schäfer IW-Nachricht 12. November 2025

Minijob-Abschaffung: „Damit wäre niemandem geholfen“

Wenn die Politik die Minijob-Regeln abschafft, müssen auch geringfügig Beschäftigte Sozialbeiträge zahlen. Das hilft weder den Beschäftigten noch den Sozialversicherungen, sagt IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer.

Holger Schäfer IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880