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IW-Forschungsgruppe Konjunktur IW-Trends Nr. 4 22. November 2016 Eskalierende Unsicherheit lähmt Investitionen: IW-Konjunkturprognose Herbst 2016

Die wirtschaftliche und politische Unsicherheit hat im Jahresverlauf 2016 noch einmal deutlich zugenommen. Neben den Wachstumsproblemen in großen Schwellenländern und der noch nicht gelösten Schulden- und Strukturprobleme in Europa haben der angekündigte Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und der Wahlausgang in den USA für eine nochmals geringere Planungssicherheit in den Unternehmen gesorgt.

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IW-Konjunkturprognose Herbst 2016
IW-Forschungsgruppe Konjunktur IW-Trends Nr. 4 22. November 2016

Eskalierende Unsicherheit lähmt Investitionen: IW-Konjunkturprognose Herbst 2016

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Die wirtschaftliche und politische Unsicherheit hat im Jahresverlauf 2016 noch einmal deutlich zugenommen. Neben den Wachstumsproblemen in großen Schwellenländern und der noch nicht gelösten Schulden- und Strukturprobleme in Europa haben der angekündigte Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und der Wahlausgang in den USA für eine nochmals geringere Planungssicherheit in den Unternehmen gesorgt.

Diese höhere globale Ungewissheit wird die weltweiten Investitionen belasten und damit die Exportperspektiven und die Investitionsneigung der deutschen Wirtschaft. Zudem entfällt im kommenden Jahr der positive Energiepreiseffekt von 2016. Und nicht zuletzt hat das Jahr 2017 drei Arbeitstage weniger, was für sich betrachtet das Wachstum um gut ¼ Prozentpunkt abbremst. Vor diesem Hintergrund wird das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland 2017 nur um gut 1 Prozent zulegen, nach 1 ¾ Prozent in 2016. Damit setzt sich die konjunkturelle Expansion abgebremst fort. Dies wird den Arbeitsmarkt weiterhin begünstigen, aber in einem moderateren Ausmaß. Die Beschäftigung steigt hierzulande im Jahr 2017 auf knapp 43,9 Millionen Personen an und die Anzahl der Arbeitslosen sinkt auf knapp 2,7 Millionen. Die Arbeitslosenquote beläuft sich im Jahresdurchschnitt 2017 auf 6 Prozent. In diesem moderaten Wachstumsumfeld kann der Staat auch begünstigt durch das Niedrigzinsumfeld weiterhin leichte Überschüsse erzielen. Diese sind aber angesichts der hohen Ausgabendynamik und der konjunkturellen Anfälligkeit gefährdet.

 

 

Geldpolitik

 

 

Grenzen der Geldpolitik erreicht

Die Ankaufprogramme der EZB für öffentliche und private Anleihen laufen im März 2017 aus. Aufgrund der starken Fokussierung der EZB auf ihr Inflationsziel und der schwachen Inflationsdynamik ist mit einer Verlängerung der Ankaufprogramme in modifizierter Form zu rechnen. Die Finanzierungskosten werden im Prognosezeitraum niedrig bleiben. Gleichzeitig wird sich aber das schwache Kreditwachstum fortsetzen.

 

Außenwirtschaft

 

 

Weiterhin nur moderates Tempo der Weltwirtschaft

Das außenwirtschaftliche Umfeld zum Jahreswechsel 2016/2017 ist geprägt durch eine Vielzahl von Unsicherheiten. Die Weltwirtschaft setzte im Jahr 2016 ihre moderate Entwicklung fort und die Dynamik des Welthandels erhielt einen kräftigen Dämpfer. In einigen großen Schwellenländern hat sich die Lage etwas stabilisiert. Die chinesische Wirtschaft verliert weiterhin an Tempo, doch eine harte Landung ist zunächst nicht zu erwarten. In den Industrieländern bleibt die wirtschaftliche Dynamik eher gedämpft. Doch neue Risiken wie die Konsequenzen eines Brexits oder die Präsidentschaftswahl in den USA haben die globale Investitionstätigkeit im Lauf des Jahres 2016 gedämpft und belasten die konjunkturellen Aussichten auch für das Jahr 2017. Insgesamt ist für das Jahr 2016 mit einem Wachstum der weltwirtschaftlichen Leistung von gut 3 Prozent zu rechnen. In 2017 wird die Expansionsrate mit etwa 3 ¼ Prozent nur leicht höher ausfallen.

 

Brexit

 

 

Unsicherheit nach dem Referendum im Vereinigten Königreich

Das reale BIP wird in Deutschland im Jahr 2017 nur um gut 1 Prozent zulegen. Damit setzt sich die konjunkturelle Expansion abgebremst fort. Das geringere Tempo kann im Wesentlichen mit drei Effekten erklärt werden: Erstens entfällt der positive Energiepreiseffekt des Jahres 2016. Zweitens verliert die Investitionstätigkeit in Deutschland weiter an Schwung. Dies liegt an der gestiegenen globalen Verunsicherung und der damit verbundenen Dämpfung der globalen Investitionen und des internationalen Güteraustauschs. Drittens hat das Jahr 2017 drei Arbeitstage weniger, was für sich betrachtet das Wachstum um gut ¼ Prozentpunkt abbremst.

 

Arbeitsmarkt

 

 

Erholung am Arbeitsmarkt setzt sich abgebremst fort

Die hohe Beschäftigungsdynamik schwächt sich im Prognosezeitraum ab. Dennoch wird im Jahresdurchschnitt 2016 die Anzahl der Erwerbstätigen um rund 1 Prozent steigen. Auch die Arbeitslosigkeit profitiert von der günstigen Entwicklung und wird im Jahresdurchschnitt 2016 um rund 100.000 Personen unter dem Vorjahresniveau liegen. Da auch im kommenden Jahr die konjunkturelle Dynamik – wenngleich abgeschwächt – intakt bleibt, kann die Erwerbstätigkeit noch einmal um ¾ Prozent oder 380.000 Personen zunehmen. Die Arbeitslosigkeit sinkt aber kaum noch. Im Jahresdurchschnitt 2017 werden knapp 2,7 Millionen Personen als arbeitslos registriert sein. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 6 Prozent.

 

Staatsfinanzen

 

 

Überschüsse im Angesicht hoher Ausgabenrisiken

Aufgrund der weiterhin sprudelnden Steuereinnahmen dürfen die öffentlichen Haushalte in diesem und im nächsten Jahr mit Überschüssen rechnen. Die Kosten der Flüchtlingsaufnahme können so bewältigt werden. Allerdings besteht eine hohe Dynamik bei den Sozialausgaben, die die Überschüsse trotz guter konjunktureller Lage bedroht.

 

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