Im Jahr 2022 haben zirka 5,65 Millionen Menschen in Deutschland ihre Angehörigen gepflegt, zeigen Auswertungen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Darunter sind 4,22 Millionen Pflegende im erwerbsfähigen Alter von 18 bis unter 66 Jahren, die oft Pflege, Familie und Beruf miteinander vereinbaren müssen.
Einkommen und Pflege: Eine Analyse der finanziellen Situation von privat Pflegenden
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Im Jahr 2022 haben zirka 5,65 Millionen Menschen in Deutschland ihre Angehörigen gepflegt, zeigen Auswertungen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Darunter sind 4,22 Millionen Pflegende im erwerbsfähigen Alter von 18 bis unter 66 Jahren, die oft Pflege, Familie und Beruf miteinander vereinbaren müssen.
Die Pflegelasten sind nach Alter und Geschlecht ungleich verteilt, was sich auch in Unterschieden der Bruttoerwerbseinkommen von Pflegenden und Nichtpflegenden zeigt. Die Betrachtung der Bruttoerwerbseinkommen liefert jedoch einen unvollständigen Blick auf die finanzielle Situation der Pflegenden, da der Haushaltskontext und die umverteilende Wirkung des Steuer- und Transfersystems unberücksichtigt bleiben. Erwartungsgemäß fallen die Unterschiede im bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommen deutlich geringer aus, sodass sich ein sehr ähnliches Wohlstandsniveau zwischen Pflegenden und Nichtpflegenden ergibt. Gleichwohl variieren die Ergebnisse nach Alter, Geschlecht und Pflegebedarf. Größere Wohlstandsunterschiede sind in jüngeren Jahrgängen und bei steigendem Pflegebedarf zu beobachten. Unter dem Strich scheint sozialpolitischer Handlungsbedarf jedoch weniger mit Blick auf einen weitergehenden finanziellen Ausgleich geboten. Hilfreich wäre vielmehr eine Erhöhung der zeitlichen Flexibilität der Pflegenden.
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IW