Die Dekarbonisierung der deutschen Industrie erfordert grundlegende Veränderungen der Produktionsprozesse.
Transformationsrisiken messbar machen
Gefördert durch die Stiftung Mercator
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die Dekarbonisierung der deutschen Industrie erfordert grundlegende Veränderungen der Produktionsprozesse.
Viele der dafür benötigten Technologien sind bislang jedoch noch nicht im industriellen Maßstab erprobt und mit erheblichen technologischen, infrastrukturellen und marktbezogenen Unsicherheiten verbunden. Diese Transformationsrisiken mindern die Investitionsattraktivität aus Sicht der Unternehmen und erschweren zugleich die Finanzierung entsprechender Projekte durch Banken, da sie die Stabilität erwarteter Cashflows beeinträchtigen und das Kreditausfallrisiko erhöhen .
Eine wirksame Transformationsfinanzierung muss daher gezielt an den zugrunde liegenden Risikofaktoren ansetzen. Die Studie untersucht dazu bestehende Reifegradkonzepte als Instrumente zur systematischen Erfassung von Risiken industrieller Dekarbonisierungstechnologien.
- Der Technology Readiness Level (TRL), entwickelt von der NASA, ermöglicht eine Einordnung der technologischen Entwicklungsstufe, bleibt jedoch auf technische Aspekte beschränkt.
- Der Commercial Readiness Index (CRI) erweitert die Perspektive um Kommerzialisierungsaspekte, während die von der Internationalen Energieagentur (IEA) entwickelte, erweiterte TRL-Systematik technologische und kommerzielle Reife in einem konsistenten Rahmen verbindet.
- Systemische Ansätze wie der Net Zero Industry Tracker oder der Adoption Readiness Level (ARL) adressieren zudem infrastrukturelle, marktliche, regulatorische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
- Der Net Zero Industry Tracker hebt sich von anderen Reifegraden ab, indem auch qualitative Indikatoren verwendet werden.
Auf Basis einer vergleichenden Analyse entwickelt die Studie eine eigene Methodik zur Erfassung von Transformationsrisiken in der Industriedekarbonisierung. Im Mittelpunkt steht eine Systematik zentraler Risikodimensionen in den Bereichen Energieinfrastruktur, Industrieunternehmen und Absatzmärkte, die durch politisch-regulatorische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Akzeptanz übergreifend beeinflusst werden.
Zur Erhöhung der Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit werden die identifizierten Risikodimensionen nicht nur qualitativ beschrieben, sondern durch quantitative Indikatoren operationalisiert. Auf diese Weise lassen sich Transformationsrisiken systematisch messen und technologieübergreifend bewerten. Damit liefert die Studie einen Ansatz, Transformationsrisiken der industriellen Dekarbonisierung systematisch, vergleichbar und quantitativ zu erfassen und schafft die Grundlage, diese gezielt zu adressieren und privates Kapital effektiver zu mobilisieren.
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Gefördert durch die Stiftung Mercator
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