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Gutachten 24. Februar 2025 Jurek Tiedemann / Paula Risius KOFA-Kompakt 2/2025: Jahresrückblick 2024 – Engpässe für Energiewende trotz sinkender Fachkräftelücke

Im Jahr 2024 ist die Anzahl der Stellen, die rechnerisch nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzt werden können, auf 487.029 zurückgegangen. Hintergrund ist ein Rückgang der offenen Stellen bei gleichzeitig steigender Arbeitslosenzahl. Insbesondere in Berufen, die für die Energiewende benötigt werden, fehlen weiterhin zahlreiche Fachkräfte.

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Jahresrückblick 2024 – Engpässe für Energiewende trotz sinkender Fachkräftelücke
Gutachten 24. Februar 2025 Jurek Tiedemann / Paula Risius

KOFA-Kompakt 2/2025: Jahresrückblick 2024 – Engpässe für Energiewende trotz sinkender Fachkräftelücke

Jurek Tiedemann / Paula Risius Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Im Jahr 2024 ist die Anzahl der Stellen, die rechnerisch nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzt werden können, auf 487.029 zurückgegangen. Hintergrund ist ein Rückgang der offenen Stellen bei gleichzeitig steigender Arbeitslosenzahl. Insbesondere in Berufen, die für die Energiewende benötigt werden, fehlen weiterhin zahlreiche Fachkräfte.

Stellenrückgang und steigende Arbeitslosigkeit

Durch den konjunkturellen Abschwung und negative Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung hat sich die rückläufige Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Jahr 2024 fortgesetzt. Die Zahl der offenen Stellen sank im Vergleich zum Jahr 2023 um 4,3 Prozent auf 1.243.510 im Jahresdurchschnitt. Zeitgleich stieg die Zahl der qualifizierten Arbeitslosen um 9,6 Prozent auf 1.141.882 an. Auch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt für Helferinnen und Helfer war negativ: Die Stellenzahl ging um 5,1 Prozent zurück, während die Arbeitslosenzahl auf 1.469.516 Personen anstieg.

Trotz sinkender Fachkräftelücke sind Expertinnen und Experten weiterhin besonders schwer zu finden

Die Fachkräftelücke lag im Jahr 2024 bei 487.029 rechnerisch nicht besetzbaren offenen Stellen. Auf allen Anforderungsniveaus war gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang feststellbar. Besonders stark fiel dieser bei Stellen für Expertinnen und Experten aus, für die in der Regel ein akademischer Abschluss vorausgesetzt wird. Der Rückgang der Fachkräftelücke für Expertinnen und Experten lässt sich darauf zurückführen, dass die Anzahl offener Stellen um 15,5 Prozent sank und gleichzeitig die Arbeitslosenzahl um 12,9 Prozent stieg. Deutlich geringer fiel der Rückgang beispielsweise bei Fachkräften mit Ausbildungsabschluss aus: Hier sank die Stellenzahl um nur 1,3 Prozent, während die Arbeitslosenzahl um 7,8 Prozent stieg. Nach wie vor waren Stellen für Expertinnen und Experten im Vergleich jedoch besonders schwierig zu besetzen: Für 45,3 Prozent der offenen Stellen standen rechnerisch keine Arbeitslosen zur Verfügung. Bei Spezialistinnen und Spezialisten mit Meister-, Techniker- oder Bachelorabschluss waren es 45,0 Prozent, bei Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung 35,9 Prozent.

Starke Engpässe in Gesundheitsberufen und für die Energiewende

Betrachtet man die Engpässe nach Berufsbereichen, fällt auf, dass insbesondere für die Energiewende weiterhin zahlreiche Fachkräfte fehlen. Mit einer Fachkräftelücke von 18.343 waren die Besetzungsprobleme im Jahr 2024 bei Bauelektrik-Fachkräften besonders groß: Acht von zehn Stellen blieben rechnerisch unbesetzt. Die Bauelektrik gilt als Schlüsselberuf für die Energiewende, da der Beruf für die Planung, Installation und Wartung von Wind- und Solaranlagen ebenso wie im Kontext der Energiegewinnung mittels grünen Wasserstoffs unabdingbar ist. Auch bei Fachkräften der Elektrischen Betriebstechnik (Fachkräftelücke von 14.218) und bei Elektrotechnik-Expertinnen und Experten (8.519) konnten mehr als acht von zehn Stellen nicht besetzt werden. Daneben blieben auch die seit Jahren bekannten Engpässe in Gesundheits- und Sozialberufen bestehen.

Fachkräftesicherung bleibt weiterhin zentral

Obwohl die Fachkräftelücke das zweite Jahr infolge zurückgegangen ist, bleibt sie auf einem hohen Niveau. Damit bleibt die Fachkräftesicherung auch weiterhin eine zentrale Herausforderung für die deutsche Wirtschaft. Für das Jahr 2025 ist durch gedämpfte konjunkturelle Erwartungen zwar nicht damit zu rechnen, dass die Fachkräftelücke sich wieder erhöht. Durch den demografischen Wandel – das altersbedingte Ausscheiden älterer Generationen aus dem Erwerbsleben bei gleichzeitig geringerer Kopfzahl der nachfolgenden Geburtskohorten – bleiben die Herausforderungen jedoch weiterhin bestehen und werden sich in Zukunft noch stärker konzentrieren. Um dem zu begegnen, sind folglich auch in den kommenden Jahren Anstrengungen notwendig. Die Lösungsmöglichkeiten sind vielfältig und umfassen unter anderem Maßnahmen wie die verstärkte Rekrutierung internationaler Fachkräfte, Bemühungen um Ausweitung der Arbeitszeit von Teilzeitkräften, aber auch die verstärkte Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen und Beschäftigten. Insbesondere ist von Bedeutung, die nachwachsenden Generationen möglichst vollständig für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren und die Zahl der Jugendlichen, die aktuell weder in Ausbildung sind, einen beruflichen Abschluss haben noch am Arbeitsmarkt teilnehmen, zu reduzieren.

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Gutachten 24. Februar 2025 Jurek Tiedemann / Paula Risius

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