Die deutschen Warenexporte in zwei wichtige deutsche Exportzielländer sind im Jahr 2025 deutlich gesunken. Im Fall der USA beträgt der nominale Ausfuhrrückgang in den ersten drei Quartalen dieses Jahres gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum fast 8 Prozent, gegenüber China sogar über 12 Prozent.
Entwicklung der deutschen Exporte im Jahr 2025 nach Ländern
Gutachten gefördert vom Auswärtigen Amt
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die deutschen Warenexporte in zwei wichtige deutsche Exportzielländer sind im Jahr 2025 deutlich gesunken. Im Fall der USA beträgt der nominale Ausfuhrrückgang in den ersten drei Quartalen dieses Jahres gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum fast 8 Prozent, gegenüber China sogar über 12 Prozent.
Bei den USA liegt das vor allem an der aggressiven Zollpolitik der Trump Administration. Bei China spielen viele Faktoren eine Rolle, unter anderem eine gestiegene Leistungsfähigkeit chinesischer Anbieter in einigen Sektoren, aber auch unfaire Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche Subventionen und einen unterbewerteten Yuan-Wechselkurs gegenüber dem Euro.
Die Exporteinbrüche in die USA und nach China ziehen für sich genommen die Veränderungsrate der gesamten deutschen Ausfuhren in den ersten drei Quartalen um über 1,5 Prozentpunkte gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum nach unten, die USA um minus 0,81 Prozentpunkte und China um minus 0,74 Prozentpunkte. Gleichwohl hat die nominale deutsche Gesamtausfuhr in alle Länder in dieser Zeit leicht um 0,25 Prozent zugelegt. Das liegt vor allem daran, dass die deutschen Ausfuhren nach Europa (EU und Nachbarländer wie Schweiz, UK und Norwegen) gestiegen sind, wenn auch nur um weniger als 3 Prozent. Weil die europäischen Exportpartner aktuell für fast 70 Prozent der deutschen Ausfuhren stehen, zieht der nur moderate Ausfuhrzuwachs nach Europa die Veränderungsrate der gesamten deutschen Ausfuhr um fast 2 Prozentpunkte nach oben. Aus der EU allein kommt ein positiver Wachstumsbeitrag von über 1,5 Prozentpunkten, der die summierten negativen Beiträge der USA und Chinas fast vollständig ausgleicht. Unter den europäischen Ländern sind es vor allem Polen, die Schweiz und Spanien, die jeweils für Wachstumsbeiträge von um die 0,3 Prozentpunkte stehen, so dass sie zusammengenommen die jeweiligen negativen Wachstumsbeiträge der USA oder Chinas weit mehr als ausgleichen.
Darüber hinaus wirken auch die stärker wachsenden deutschen Dienstleistungsexporte kompensierend. Das zeigt ein Blick auf die Außenhandelsdaten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Die deutschen Gesamtexporte von Waren und Dienstleistungen haben sich daher etwas besser entwickelt als die Warenexporte. Das gilt in nominaler und ebenso in preisbereinigter realer Betrachtung. Doch trotz dieses kompensierenden Effekts gingen die realen Gesamtexporte (VGR-Basis) in den ersten drei Quartalen 2025 leicht um 0,7 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum zurück, so dass die Exportentwicklung das Wirtschaftswachstum etwas dämpfte.
DOI: 10.67087/12.20752
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