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Jürgen Matthes IW-Kurzbericht Nr. 50 26. Juli 2017 Arbeitsmarktperformance vormaliger Krisenländer

Nach der tiefen Krise am Arbeitsmarkt sind zumeist erhebliche Fortschritte zu verzeichnen. Das gilt selbst für Griechenland, aber weniger für Italien.

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Nach der tiefen Krise am Arbeitsmarkt sind zumeist erhebliche Fortschritte zu verzeichnen. Das gilt selbst für Griechenland, aber weniger für Italien.

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Die vormaligen Krisenländer in Südeuropa sind außer Griechenland schon seit längerer Zeit wieder auf einen zumeist soliden Wachstumskurs zurückgekehrt (Matthes, 2017). Seit dem Tiefpunkt der Euro-Schuldenkrise ging es auch am Arbeitsmarkt wieder deutlich aufwärts. Dazu haben teils umfangreiche Arbeitsmarkt- und Produktmarktreformen beigetragen:

  • Sie wurden in Portugal, Zypern und Griechenland im Rahmen eines Reformprogramms des Euro-Rettungsschirms umgesetzt, in Griechenland haperte es teilweise an der Umsetzung. In Portugal gab es unter der neuen Linksregierung kleinere Rückschritte, aber keine grundsätzliche Reformumkehr.
  • In Spanien (und Italien) haben die Regierungen unter dem Druck der Krise und weiter steigender Arbeitslosigkeit ihre Arbeitsmarktverfassung reformiert. Spanien hat dabei viel Lob für einen recht umfassenden Ansatz bekommen. In Italien ist der Fortschritt partieller, obwohl Ministerpräsident Renzi eine Reform erreicht hat, an die sich alle Vorgängerregierungen nicht heranwagten.
  • In Irland mit seinem ohnehin flexiblen Arbeitsmarkt waren kaum weitere Reformen nötig.

Insgesamt gesehen haben die Reformen die Arbeitsmarktverfassungen der südeuropäischen Krisenländer deutlich verbessert und zu ersten Erfolgen geführt (Matthes, 2015). Aus heutiger Sicht gibt die Beschäftigungsstatistik weitere Hinweise darauf, wie sich die Arbeitsmärkte der vormaligen Krisenländer nach den Reformen entwickelt haben:

  • Nimmt man das Krisentief bei diesen Arbeitsmarktindikatoren als Benchmark, schneidet Irland bei dem Ausmaß der prozentualen Verbesserung am besten ab, relativ dicht gefolgt von Portugal und Spanien. Dahinter folgen mit etwas Abstand Zypern und Griechenland. Ebenfalls leicht positiv, aber am schlechtesten unter diesen Ländern schneidet Italien ab.
  • Beim Blick auf den Anstieg der Erwerbstätigenzahl kommt Irland auf gut 10 Prozent, was einem jahresdurchschnittlichen Anstieg von 2,4 Prozent entspricht. Spanien hat ebenfalls einen recht beachtlichen Anstieg von fast 8 Prozent seit dem Tiefststand erreicht. Der Anteil der befristeten Arbeitsplätze liegt dort mit knapp 22 Prozent im internationalen Vergleich recht hoch und ist zuletzt noch leicht gestiegen. Allerdings lag diese Quote mit weit über 24 Prozent Anfang 2008 noch deutlich höher. Portugal verzeichnet ebenfalls einen erfreulichen Stellenanstieg von 7 Prozent, wobei der Beschäftigungsaufbau zuletzt noch an Dynamik gewonnen hat. Auch in Griechenland sind in den vergangenen Jahren trotz der sehr schwachen Wirtschaftsentwicklung mit rund 5 Prozent mehr neue Arbeitsplätze entstanden als gemeinhin wahrgenommen (siehe dazu auch Darvas, 2017). In Zypern und Italien ist ein geringerer Anstieg zu verzeichnen.
  • Bis auf Italien konnten die übrigen Staaten die Arbeitslosenquote gegenüber dem Höchststand um mindestens ein Sechstel (Zypern) bis zu mehr als die Hälfte (Irland) verringern. Das gilt auch für Spanien und Griechenland, wo die Maximalwerte der Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent und 28 Prozent in der Krise sehr hoch waren. Trotz beachtlicher Fortschritte vor allem in Spanien mit einem Rückgang von knapp einem Drittel bleibt die Arbeitslosenquote dort mit rund 18 Prozent hoch. Allerdings war die Arbeitslosigkeit dort auch vor dem Beginn der Europäischen Währungsunion ähnlich hoch und höher. Die Fortschritte in Portugal sind mit fast 40 Prozent ebenfalls beeindruckend und brachten die Arbeitslosigkeit Ende 2016 sogar unter die 10-Prozent-Marke.
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