Arbeitnehmer gehen in den letzten Jahren deutlich häufiger einer Nebentätigkeit nach. Daher untersucht die vorliegende Studie, ob Nebentätigkeiten primär zur Vermeidung einer sozialen Notlage ausgeübt werden.
Der Trend zur Zweitbeschäftigung – Nur eine Frage des Geldes?
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Arbeitnehmer gehen in den letzten Jahren deutlich häufiger einer Nebentätigkeit nach. Daher untersucht die vorliegende Studie, ob Nebentätigkeiten primär zur Vermeidung einer sozialen Notlage ausgeübt werden.
Arbeitnehmer gehen in den letzten Jahren deutlich häufiger einer Nebentätigkeit nach. Daher untersucht die vorliegende Studie, ob Nebentätigkeiten primär zur Vermeidung einer sozialen Notlage ausgeübt werden. Eine empirische Analyse zeigt, dass sich die Motivlage bei Mehrfachbeschäftigten – Arbeitnehmer mit abhängiger Nebentätigkeit – und Hybridbeschäftigten – Arbeitnehmer mit selbstständiger Nebentätigkeit – deutlich unterscheidet. So weisen 41 Prozent der Hybridbeschäftigten einen Hochschulabschluss auf, deutlich mehr als der Anteil bei Einfach- und Mehrfachbeschäftigten. Ihr Einkommen im Haupterwerb fällt überdurchschnittlich aus. Bei Mehrfachbeschäftigten dürften finanzielle Aspekte dagegen eine zentrale Rolle spielen, da ihr Bruttostundenlohn im Haupterwerb geringer als der von Arbeitnehmern ohne Nebenbeschäftigung ist und sie dort zu einem deutlich höheren Anteil in Teilzeit beschäftigt sind. Wird das Gesamteinkommen im Haushalt einschließlich der Einkünfte aus Nebentätigkeiten betrachtet, sind keine nennenswerten Unterschiede zu Einfachbeschäftigten zu erkennen. Weitergehende Analysen zeigen, dass Beschäftigte mit geringeren Einkommen im Haupterwerb auch unter sonst gleichen Bedingungen tendenziell höhere Wahrscheinlichkeiten aufweisen, mehrfachbeschäftigt zu sein. Dies gilt allerdings nicht, wenn auch die Einkommen aus Nebentätigkeiten berücksichtigt werden. Würden demnach durch politische Interventionen beispielsweise Minijobs im Nebenerwerb unattraktiver, könnten damit die sozialen Risiken für Betroffene ansteigen, deren Verdienstmöglichkeiten im Haupterwerb begrenzt sind.
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IW
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