Die hierzulande überdurchschnittlich hohe Produktivität reichte nicht aus, um den Nachteil der hohen Arbeitskosten zu kompensieren. Im Untersuchungszeitraum 1999 bis 2018 blieben die industriellen Lohnstückkosten hierzulande konstant – ebenso wie im betrachteten Ausland insgesamt. Im Vergleich zum Euroraum hat sich die deutsche Lohnstückkostenposition seit 1999 um 6,5 Prozent verbessert. Dies liegt allein an der günstigen Entwicklung bis zum Vorkrisenjahr 2007. Von 2013 bis 2018 war die deutsche Lohnstückkostenposition gegenüber dem Euroraum nach zuvor starker Volatilität annähernd konstant und entsprach etwa dem langfristigen Durchschnitt. Allerdings verschlechterte sie sich im Jahr 2019 wieder erheblich. Die Lohnstückkosten legten in den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent zu. Im Euroraum und in der 27 Länder umfassenden Ländergruppe des IW-Vergleichs waren es dagegen knapp 3 Prozent. Damit ist die deutsche Lohnstückkostenposition gegenüber dem Euroraum so schlecht wie zuletzt 2002 und nur noch 3 Prozent günstiger als 1999. Da aufgrund der schwachen Konjunktur eine Verbesserung bei der Produktivitätsentwicklung nicht in Sicht ist, sind die Spielräume für Entgelterhöhungen sehr eng geworden.