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IW-Report Nr. 11 5. April 2018 Oliver Stettes Keine Angst vor Robotern: Beschäftigungseffekte der Digitalisierung

Horrorszenarien über einen massiven Arbeitsplatzabbau im Zuge des digitalen Wandels mögen zwar ihren Weg in die mediale Berichterstattung und damit in die öffentliche Diskussion finden, einer wissenschaftlichen, empirischen Überprüfung halten sie allerdings nicht stand.

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Beschäftigungseffekte der Digitalisierung
IW-Report Nr. 11 5. April 2018 Oliver Stettes

Keine Angst vor Robotern: Beschäftigungseffekte der Digitalisierung

IW-Report

Oliver Stettes Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Horrorszenarien über einen massiven Arbeitsplatzabbau im Zuge des digitalen Wandels mögen zwar ihren Weg in die mediale Berichterstattung und damit in die öffentliche Diskussion finden, einer wissenschaftlichen, empirischen Überprüfung halten sie allerdings nicht stand.

Welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Beschäftigungsentwicklung haben wird, bleibt eine offene Frage. Dies ist das Ergebnis der vorliegenden empirischen Analyse. Ein systematischer Trend ist weder auf Unternehmens- oder Branchenebene noch auf Berufsebene feststellbar. Zumindest lässt sich konstatieren, dass sich keinerlei Belege für die populäre Hypothese finden, dass die Digitalisierung zu einem massiven Beschäftigungsabbau führen wird.

Auswertungen mit dem IW-Personalpanel signalisieren, dass zwar der Anteil der stark digitalisierten Unternehmen 4.0, die in den letzten Jahren Beschäftigung aufgebaut haben – zum Beispiel gut 50 Prozent in den Jahren 2014 bis 2016 – bzw. einen Beschäftigungsaufbau im laufenden Kalendarjahr planten – zum Beispiel knapp 32 Prozent in 2017, gegenüber den entsprechenden Anteilen der relativ gering digitalisierten Unternehmen 3.0 (knapp 40 Pro-zent realisierter und gut 21 Prozent geplanter Beschäftigungsaufbau) größer ist. Allerdings sind die Anteilswertunterschiede nicht auf den unterschiedlichen Digitalisierungsgrad zurückzuführen.

Auch die sektorale Beschäftigungsentwicklung vollzieht sich uneinheitlich und steht in keinem erkennbaren Zusammenhang mit dem Stand des digitalen Transformationsprozesses in einer Branche. Während zum Beispiel in der Informationswirtschaft und bei den wirtschaftsnahen Dienstleistern Digitalisierungsgrad und Beschäftigung gleichermaßen gestiegen sind, ist die Beschäftigung im Bereich des Banken- und Versicherungsgewerbes trotz eines fortschreitenden Digitalisierungsprozesses gesunken. Die Anzahl der Beschäftigten ist aber auch im Bereich Verkehr und Logistik bzw. Gesundheitswesen stark angestiegen. In beiden Sektoren war zuletzt keine Beschleunigung des Transformationsprozesses zu beobachten.

Auch auf Berufsebene ist wenig davon zu sehen, dass sich die Digitalisierung auf die Beschäftigungsperspektiven der Berufsgruppen negativ auswirkt, denen ein hohes Automatisierungsrisiko unterstellt wird. Automatisierungsrisiko und Beschäftigungswachstum korrelieren zwar insgesamt und auf den vier Anforderungsniveraus (Helfer, Fachkraft, Spezialist und Experte) negativ. Allerdings verbirgt die negative Korrelation, dass die Beschäftigung in fast allen Berufshauptgruppen-Anforderungsniveau-Kombinationen zugenommen hat. Darüber hinaus ist sie in vielen Fällen auch die Folge von Angebotsengpässen und weniger auf eine sinkende Nachfrage aufgrund von Automatisierungsprozessen zurückzuführen.

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