Seit der ersten Welle des IW-Immobilien-Index im 2. Quartal 2014 hat sich die Wohnungswirtschaft als sehr zufrieden mit ihrer Lage gezeigt. Oft erreichte der Lagewert der Wohnungswirtschaft 90 und mehr Punkte, was bedeutet, dass der überwiegende Teil der Wohnungswirtschaft ihre Lage als gut einschätzt. Bisheriger Tiefpunkt war ein Wert von 75,4 am Ende des Jahres 2014, also kurz vor Einführung der Mietpreisbremse. Im aktuellen Quartal fiel der Wert aber auf 70,4, ein Minus von mehr als 8 Punkten gegenüber dem Vorquartal. Auch die Erwartungen der Wohnungswirtschaft haben sich noch einmal eingetrübt, sie sind nun mit -4,5 erstmals im negativen Bereich. Das bedeutet, dass nun mehr Unternehmen mit einer Verschlechterung als einer Verbesserung der Lage rechnen.

Auch in den anderen Segmenten des Immobilienmarktes hat sich die Lageeinschätzung verschlechtert, im Segment Handel liegt der Lagewert nur noch bei 57,1, im Bürosegment immerhin bei knapp 70. Aktuell die beste Lageeinschätzung haben die Projektentwickler mit 72,7 Punkten. Auch wenn die Lage in diesen Segmenten teils schlechter eingeschätzt wird als in der Wohnungswirtschaft, ist doch der große Unterschied, dass Projektentwickler und Gewerbeimmobilieninvestoren zumindest noch positive Erwartungen haben, und diese sich auch teilweise gebessert haben (Abbildung). Der Erwartungswert variiert hier zwischen 13,7 (Projektentwickler) und 20,0 (Handel).