Sehr schlechte Ausgangslagen

Die Stimmungslage in den deutschen Firmen ist schlechter als vor einem Jahr: Vier von fünf Verbänden, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) traditionell zum Jahresende befragt, berichten von einer schlechteren Wirtschaftslage ihrer Mitglieder als zum Jahres-wechsel 2019/2020. Das verwundert nach den teils schweren Geschäftseinbrüchen infolge der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 nicht. In vielen Branchen hat sich die Lage ab dem Frühsommer bis in den Herbst zwar stark verbessert. Es verbleiben aber erhebliche Produk-tionslücken – vor allem in der Industrie (IW-Forschungsgruppe Gesamtwirtschaftliche Analysen und Konjunktur, 2020).

Von den 43 Verbänden, die sich in diesem Jahr an der Umfrage beteiligt haben, sprechen 34 von einer schlechteren Lage als vor einem Jahr. Dies gilt für die Industrie- und Dienstleistungsverbände gleichermaßen. Dagegen haben die hohen Anforderungen an die Pharmazeutische Industrie zur Bekämpfung der Pandemie dort zumindest die Stimmungslage stabilisiert. Bei den wenigen Industrieverbänden, deren Mitglieder – im Durchschnitt über alle Firmen und Teilbereiche hinweg – genauso oder besser dastehen als beim vorherigen Jahreswechsel, handelt es sich oftmals um Wirtschaftszweige, die sich bereits zum Jahreswechsel 2019/2020 in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befanden. Darauf verwei-sen die Automobilindustrie, Bereiche der Metall- und Elektro-industrie sowie auch die Chemieindustrie. Für Teile der Industrie hat die Corona-Krise bereits eine negative Vorgeschichte. Die schon 2019 rückläufigen Geschäfte waren teils die Folge einer zyklischen Normalisierung nach einer hochausgelasteten Phase. Vor allem belasteten Protektionismus und geopolitische Verunsicherungen die globale Investitionstätigkeit und dies traf die stark im internationalen Investitionsgütergeschäft aktive deutsche Industrie. Auch technologische Herausforderun-gen – etwa durch die Digitalisierung und den Klimawandel – sorgten für Anpassungslasten.