Die deutsche Industrie leidet unter der schwächer expandierenden Weltwirtschaft und vor allem unter der nur noch moderaten globalen Investitionstätigkeit. Die Handelsstreitigkeiten belasten nicht nur den Güteraustausch, sondern auch die globalen Wertschöpfungsketten und den technologischen Transfer. Und nun sorgt die Corona-Krise für eine weitere Verunsicherung.

Der Handels- und Technologiekonflikt mit den USA und die wachsende Vorsicht anderer Handelspartner hinsichtlich technologischer Abhängigkeiten gehen schon bislang nicht spurlos an der chinesischen Exportindustrie vorbei. Seit Jahresbeginn 2020 legt zusätzlich eine hausgemachte Epidemie das Land lahm. Sie wird zumindest im ersten Quartal 2020 die chinesische Wirtschaft deutlich abbremsen. Über das Ausmaß und die zeitliche Dauer der Beeinträchtigungen kann derzeit nur spekuliert werden. Über Ausbreitung und die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen besteht noch keine Klarheit. Wie umfassend und stark mögliche Nachholeffekte im weiteren Jahresverlauf 2020 sein werden, bleibt ebenfalls offen.

Oftmals werden Parallelen zur SARS-Krise von 2003 gezogen. Auch damals kam es in China zu einer Virus-Epidemie, die im ersten Halbjahr 2003 weltweite Auswirkungen hatte. Aufs Jahr gerechnet gab es aber keine wirtschaftliche Abkühlung in China: Nach 9,1 Prozent im Jahr 2002 legte das reale Bruttoinlandsprodukt in China in 2003 um 10 Prozent zu. Die Beeinträchtigungen in der ersten Jahreshälfte wurden durch Nachholeffekte im Jahresverlauf wieder ausgeglichen. Fraglich ist, wie hoch das chinesische Wachstum ohne die SARS-Epidemie gewesen wäre. Makroökonomische Effekte waren in Deutschland aufgrund der damals noch überschaubaren Verflechtung mit China unmerklich.

Im Februar 2020 läuft in den chinesischen Regionen, in denen das Corona-Virus die Menschen relativ stark befällt, nur noch das Notwendigste. Die Freizügigkeit der Menschen ist stark eingeschränkt. Die Produktion in Fabriken wurde zum Teil eingestellt. Im Dienstleistungsbereich sind ebenfalls starke Beeinträchtigungen zu erwarten. Aussagekräftige Daten zu den tatsächlichen Belastungen werden frühestens mit den normalen zeitlichen Verzögerungen der Statistiken vorliegen.