Betroffen sind speziell haushaltsnahe Dienstleistungen, die sehr kleinbetrieblich organisiert sind. Viele Gastronomen und Händler bangen um ihre Existenz, da die Umsätze weggefallen sind, Fixkosten wie Miete und Versicherungen aber weiterhin gezahlt werden müssen. Immerhin besteht für sie die Möglichkeit, die Lohnkosten durch Kurzarbeit zu reduzieren. Die extreme Zahl von 470.000 Kurzarbeitsanzeigen im März 2020 und sogar 650.000 bis zum 6. April – gegenüber 22.900 im März 2009 – verdeutlicht, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) hiervon Gebrauch machen (BMAS, 2020; Schäfer, 2020). Bundesweit gibt es in Deutschland aktuell etwa vier Millionen Kleinunternehmer und Selbstständige, die meisten von ihnen im Handel oder in den Dienstleistungen (siehe Abbildung).

Liquiditätskredite

Mit dem Lockdown des Geschäftslebens wurde schnell klar, dass Kurzarbeitergeld allein nicht reichen wird, um die Existenz der betroffenen Unternehmen zu sichern. Ende März 2020 führte die Bundesregierung ein Sonderprogramm der staatlichen Förderbank KfW ein, das den Mittelstand – einschließlich Selbstständigen und Freiberuflern – und größere Unternehmen mit Liquiditätskrediten unterstützen soll. Dabei wurden Mittel „in unbegrenzter Höhe“ zugesagt (BMWi/BMF, 2020). Tatsächlich stehen bis zu 500 Milliarden Euro zur Verfügung. Im Rahmen des Programms stellt die KfW Kredite für Anschaffungen und laufende Kosten bereit, die mit Zinssätzen von 1 bis 1,46 Prozent für KMU und 2 bis 2,12 Prozent für größere Unternehmen günstig sind. Einzelkredite können bis zu 1 Milliarde Euro betragen. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre, das erste Jahr ist tilgungsfrei. Die KfW übernimmt bei Krediten für KMU 90 Prozent des Ausfallrisikos, bei größeren Unternehmen 80 Prozent.