Innerhalb verschiedener Altersgruppen und Haushaltstypen fällt die Vermögensverteilung sehr unterschiedlich aus. Ein Haushalt mit einem Haupteinkommensbezieher unter 30 Jahren gehörte beispielsweise zu den vermögensreichsten 10 Prozent seiner Altersgruppe, wenn er über ein Vermögen oberhalb von rund 71.300 Euro verfügt. Bei Haupteinkommensbeziehern zwischen 55 und 59 Jahren lag die gruppenspezifische Grenze bei 625.400 Euro.

Umfragen zur Selbsteinordnung in die Vermögensverteilung zeigen, dass sich nicht einmal 3 Prozent der Haushalte den 20 Prozent zugehörig fühlen, die über das größte Vermögen verfügen (Deutsche Bundesbank, 2019). Die Zugehörigkeit zu den unteren bis mittleren Vermögensbereichen wird hingegen überschätzt. Diese subjektive Einordnung in die Vermögensverteilung ähnelt der Selbsteinordnung in die Einkommensverteilung (Engelhardt/Wagener, 2018). Die empirischen Verteilungen von Einkommen und Vermögen unterscheiden sich hingegen fundamental. Dies drückt sich in der gemessenen Höhe der jeweiligen Ungleichheit aus. Der Gini-Koeffizient der bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommen liegt knapp unterhalb von 0,3, der Gini-Koeffizient der Haushaltsnettovermögen – selbst bei einer eher unüblichen Bedarfsgewichtung der Vermögen – oberhalb von 0,7. Die höhere Ungleichheit der Vermögensverteilung zeigt sich auch in der deutlich größeren absoluten Spannweite der Verteilung. Die Grenze zu den vermögensärmsten 10 Prozent der privaten Haushalte liegt auf Basis der aktuell verfügbaren Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP, 2017, ohne Betriebsvermögen) oder der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS, 2018, ohne Betriebsvermögen) bei jeweils 0 Euro. Um zu den vermögenreichsten 10 Prozent zu gehören, benötigt man hingegen mindestens ein Haushaltsnettovermögen in Höhe von 458.500 Euro gemäß SOEP 2017 oder 477.200 Euro gemäß EVS 2018. Mit diesen Werten liegt das sogenannte 90. Perzentil rund siebenmal höher als das Medianvermögen (p90/p50-Ratio). Bei den Haushaltsnettoeinkommen hingegen liegt das 90. Perzentil nur etwa doppelt so hoch wie das Medianeinkommen.

Je älter die Haushaltsmitglieder sind, desto mehr Vermögen haben sie im Durchschnitt. Gemäß EVS zählte ein Haushalt mit einem unter 30-jährigen Haupteinkommensbezieher (HEB) im Jahr 2018 dann zu den vermögensstärksten 10 Prozent seiner altersspezifischen Vergleichsgruppe, wenn er über ein gemeinsames Nettovermögen in Höhe von mindestens 71.300 Euro verfügte (Grafik). Ein Haushalt mit einem HEB zwischen 55 und 59 Jahren brauchte dazu hingegen ein deutlich höheres Nettovermögen von mindestens 625.400 Euro, ein Haushalt mit einem HEB ab 75 Jahren immerhin noch mindestens 517.700 Euro. Obwohl die absoluten Spannweiten der Vermögen in den einzelnen Altersgruppen mit steigendem Alter zunehmen, nimmt die relative Ungleichheit mit steigendem Alter ab: Um zu den obersten 10 Prozent der jüngsten Altersgruppe zu gehören, muss ein Haushalt mindestens über das 14-fache des Medianvermögens der Altersgruppe verfügen, bei den 55- bis 59-Jährigen mindestens über das fünffache. Der Gini-Koeffizient der Vermögensverteilung liegt in den Altersgruppen mit einem HEB unter 35 Jahren bei 0,8 und höher, ab 45 Jahre variiert er zwischen 0,63 und 0,65. Betrachtet man altersübergreifend alle Haushalte, so überrascht es angesichts der stark ausgeprägten Alters-​effekte in der Vermögensverteilung nicht, dass jüngere Haushalte in der Gruppe der oberen 10 Prozent unterrepräsentiert sind.