Chancen für die Privatwirtschaft

Über Jahrzehnte war die Raumfahrt ein kostspieliges Vorhaben des Staates und staatlicher Agenturen wie der NASA in den USA. Als Zulieferer von Technologien waren private Unternehmen aber schon immer mit Teil der Programme. So war beispielsweise Boeing in den sechziger Jahren an Entwicklung und Bau der Saturn-V-Raketen beteiligt. Inzwischen können private Firmen stärker als damals Marktchancen rund um die kommerzielle und staatliche Raumfahrt nutzen:

  • als Zulieferer und Produzent von Raumfahrzeugen
  • als Zulieferer und Produzent von Satelliten
  • als Zulieferer und Produzent von bodenbasierter Ausrüstung
  • als Durchführer von Raketenstarts und Transporteur von Last ins All
  • als Serviceanbieter und Betreiber von Satelliten
  • als Nutzer von Satellitendaten und anderer satellitengestützter Services

Während Industrieunternehmen als Hardware-Ausrüster schon seit langem eine entscheidende Rolle spielen, hat sich in den letzten Jahren auch die Rollenverteilung bei der Durchführung von Starts und damit dem Transport von Last ins All verschoben. Neben staatlichen Agenturen wie der NASA in den USA oder der ESA in Europa sind inzwischen auch verschiedene private Unternehmen im Wettbewerb aktiv. So ist das von Elon Musk gegründete Unternehmen SpaceX inzwischen Marktführer bei der Durchführung von Satellitenstarts und von der NASA mit Versorgungsflügen zur Raumstation ISS und mit dem Bau eines Raumschiffes für die bemannte Raumfahrt beauftragt (Faz.net, 2018). Aber auch bei der bodenbasierten Satellitentechnik sind private Anbieter dominant, die beispielsweise Satellitenschüsseln für den Fernsehempfang produzieren.

Sowohl staatliche Einrichtungen wie auch private Unternehmen nutzen Satelliten und bieten entsprechende Dienstleistungen an. Regierungen verwenden Spionagesatelliten und stellen Positionsdaten (GPS) bereit, Fernsehstationen nutzen die Satellitenübertragung, Telefonbetreiber stellen Satellitenverbindungen bereit. Zunehmend ausgebaut werden satellitengestützte Internetverbindungen, die vor allem in Gegenden mit schlechter terrestrischer oder mobiler Infrastruktur den Anschluss an die globalen Datennetze ermöglichen können. Innovative Datenangebote und -nutzungskonzepte aus satellitenbasierter Erdbeobachtung bieten weitere Potenziale für datenbasierte Services. Ein Beispiel hierfür ist die satellitengestützte Analyse von Ackerflächen für die Landwirtschaft. Verkehrssituationen und Infrastrukturstörungen können vom All beobachtet werden, Positionsdienste werden genauer und zusätzliche Kommunikationswege stehen zur Verfügung. Weltraumdienste können damit einen Beitrag zur Entwicklung internetbasierter Industrieangebote leisten und Teil der Industrie 4.0 werden.