Die erneute Einschränkung wirtschaftlicher Aktivitäten als Reaktion auf die im Herbst 2020 wieder angestiegene Anzahl der Neuinfektionen wirkt sich mittlerweile spürbar auf den Arbeitsmarkt aus. Das wesentliche In-strument, mit dem Betriebe ihrer gesunkenen Arbeitskräftenachfrage begegnen, bleibt die Arbeitszeitverkürzung. So hat sich der im Sommer 2020 zunächst kräftige Abbau der Kurzarbeit zuerst verlangsamt und kam im November ganz zum Erliegen. Für Dezember und Januar ist nach Vorausschätzungen wieder ein Anstieg zu erwarten (ifo-Institut, 2021).

Nach wie vor kommt es bisher selten zu Entlassungen. Die Welle einer erhöhten Anzahl von Neuzugängen in Arbeitslosigkeit aus regulärer Beschäftigung im Frühjahr 2020 ebbte schon im Juni wieder ab. Seither waren gegenüber den Monaten vor der Corona-Pandemie keine erhöhten Werte mehr zu beobachten. Während die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung durch die Kurzarbeit erfolgreich stabilisiert werden konnte, kommt es aber bei Minijobs und Selbstständigen inzwischen zu vermehrten Arbeitsplatzverlusten. So lag im November 2020 die Anzahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten um 370.000 unter dem Vorjahresmonat. Zwar sah es bis zum September zunächst nach einer Erholung aus. Die Schließungen in der Gastronomie und im Einzelhandel ab November dürften dann aber erneut viele Minijobs gekostet haben.

Auch Selbstständige kommen zunehmend unter Druck. Im September 2020 – also noch vor dem zweiten Lockdown – lag die Anzahl der Selbstständigen, die ergänzende Leistungen der Grundsicherung beziehen müssen, bereits um 12 Prozent über dem Vorjahresmonat. Seit Mai fällt dieser Vergleichswert jeden Monat schlechter aus. Noch unklar ist das Bild bei der Entwicklung der Insolvenzen, da die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis Ende April 2021 verlängert wurde. Dies hatte bisher zu einer sinkenden Zahl von Unternehmensinsolvenzen geführt. Dennoch ist bereits seit September 2020 auf der Basis täglicher Datenlieferungen über Insol-venzverfahren vor den Insolvenzgerichten ein Anstieg der Insolvenzbekanntmachungen um 13 Prozentpunkte zu beobachten (Destatis, 2021).