Die Präsidentschaftskandidaten werben jeweils mit unterschiedlichen Ansätzen, sowohl im Umgang mit der Virusausbreitung als auch in der Wirtschaftspolitik. Ihre Stellung als Exportzielland Nummer eins für die deutsche Wirtschaft dürften die USA unabhängig vom Ausgang der Wahl bis zum Ende des Jahres 2020 jedoch verlieren.

Kurz vor der Präsidentschaftswahl vermeldete das Bureau of Economic Analysis den stärksten quartalsmäßigen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Aktivität seit Beginn seiner Zeitreihe im Jahr 1947. Um satte 33,1 Prozent ist das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA im dritten Quartal 2020 auf das Jahr hochgerechnet gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Zwar ist die Entwicklung erfreulich, nachdem Einbrüche von 5 Prozent im ersten und von 31,4 Prozent im zweiten Quartal verzeichnet wurden, jeweils auf das Jahr hochgerechnet gegenüber dem Vorquartal. Übersetzt man diesen Wert jedoch in das für die hiesige Berichterstattung übliche Format, so ist das Wirtschaftswachstum in den USA im dritten Quartal mit 7,4 Prozent vergleichbar mit der Erholung in Deutschland mit 8,2 Prozent (Abbildung). Kombiniert man die Daten aus den ersten neun Monaten des Jahres, verzeichnet die gesamtwirtschaftliche Leistung in den USA insgesamt einen Rückgang in Höhe von 3,5 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2019 in preisbereinigter Rechnung. Von der Größenordnung her ist dieser Rückgang vergleichbar mit dem Wert für Deutschland: Hierzulande lag das reale BIP nach den Entwicklungen seit Anfang des Jahres am Ende des dritten Quartals um 4,3 Prozent unter dem Niveau des vierten Quartals 2019. Somit lag das preis- und saisonbereinigte BIP in den USA in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 um 3,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zum Vergleich: In Deutschland war in den ersten drei Quartalen im Durchschnitt ein Rückgang von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen.