Die Entwicklungen der beiden Segmente des Gewerbeimmobilienmarktes Büro und Einzelhandel sind höchst unterschiedlich, wie auch schon vor der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise. Während die qualitätsbereinigten Angebotsmieten für Büroobjekte in den zwölf untersuchten führenden Standorten im Jahr 2020 zwischen 3 und 10 Prozent gestiegen sind, gab es im Einzelhandel sowohl Preissteigerungen als auch Preisrückgänge. Dies zeigen die Daten des GIMX (Gewerbeimmobilienindex von ImmoScout24 Gewerbe und IW) für das zweite Halbjahr 2020.

Besonders stark ausprägt waren die Zuwächse bei den Büromieten in Dresden (+10 Prozent) und Leipzig (+8 Prozent), gefolgt von Köln (+6 Prozent). Die Zuwächse an den anderen neun Bürostandorten lagen jedoch auch bei etwa 3 bis 4 Prozent (Abbildung). Im zweiten Halbjahr nahm die Dynamik jedoch deutlich ab und an acht von zwölf Standorten stagnierte die Mietentwicklung (-0.6 bis +1,7 Prozent). Im zeitlich umgekehrten Verlauf sind die Mietzuwächse in Dresden vor allem auf das zweite Halbjahr zurückzuführen, nach stagnierender Entwicklung im ersten Halbjahr 2020 und im Jahr 2019. Ebenso in Düsseldorf, Hannover und Dortmund zog die Preisdynamik auf den Büromärkten im zweiten Halbjahr wieder an - nach moderaten bis negativen Entwicklungen im ersten Halbjahr. Dresden schließt damit im zweiten Halbjahr 2020 ein wenig zu Leipzig auf. Seit 2010 sind die Büromieten am stärksten in Berlin gestiegen mit 79 Prozent, gefolgt von Leipzig mit 51 Prozent. Darauf folgen München und Dresden mit je rund 40 Prozent Mietpreissteigerung.

Im Gegensatz zu den Büromieten sind die Entwicklungen der Angebotsmieten im Einzelhandel, wie schon im ersten Halbjahr 2020, deutlich vielfältiger. Einerseits sind im Vergleich zum Vorjahr die qualitätsbereinigten Angebotsmieten für Einzelhandelsobjekte in Dresden, Düsseldorf, Stuttgart sowie Essen und Frankfurt überraschend deutlich mit 7,5 bis 11,5 Prozent gestiegen. Im zweiten Halbjahr nahm diese Dynamik jedoch deutlich ab und führte zum Teil sogar zu Rückgängen der Angebotsmieten. Wiederum nur am Standort Dresden hielt der Trend von Mietsteigerungen bei Einzelhandelsobjekten auch im zweiten Halbjahr. Ebenso verzeichneten München und Köln im zweiten Halbjahr außergewöhnlich hohe Anstiege der qualitätsbereinigten Angebotsmieten, die beiden Standorte liegen am Ende des Jahres jedoch auf dem Vorjahresniveau. Anderseits sind die qualitätsbereinigten Angebotsmieten in Hannover, Berlin, Leipzig und Dortmund deutlich gesunken. Insbesondere die volatile Halbjahresentwicklung an den Standorten zeigt die derzeitige Unsicherheit am Markt. Auf Preisanstiege in einem Halbjahr folgen häufig Preissenkungen im nächsten und umgekehrt. Im Einzelhandelsmarkt weisen seit 2010 Stuttgart (+75 Prozent), Hannover (+71 Prozent), Berlin (+46 Prozent) und Leipzig (+43 Prozent) die stärksten Zuwächse auf.