Die deutsche Volkswirtschaft wird seit dem Frühjahr 2020 durch die weltweite Corona-Pandemie getroffen. Nachdem sich das Wachstum schon 2019 deutlich abgeschwächt hatte und das Verarbeitende Gewerbe insgesamt in eine Rezession rutschte, ist das reale Wirtschaftswachstum 2020 nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts um 5,0 Prozent zurückgegangen.
Fakten und Argumente zur Tarifrunde in der Papierverarbeitenden Industrie 2021
Kurzstudie im Auftrag des Hauptverbands Papier- und Kunststoffverarbeitung e.V.
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die deutsche Volkswirtschaft wird seit dem Frühjahr 2020 durch die weltweite Corona-Pandemie getroffen. Nachdem sich das Wachstum schon 2019 deutlich abgeschwächt hatte und das Verarbeitende Gewerbe insgesamt in eine Rezession rutschte, ist das reale Wirtschaftswachstum 2020 nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts um 5,0 Prozent zurückgegangen.
Unter Berücksichtigung des seit Mitte Dezember 2020 verhängten zweiten Lockdowns erwartet das DIW 2021 ein Wachstum von 5,3 Prozent. Das setzt allerdings voraus, dass das Infektionsgeschehen im Laufe des Winters wieder spürbar abnimmt, die Einschränkungen nach dem Jahreswechsel 2020/21 allmählich zurückgenommen werden und es danach zu keinen größeren Rückschlägen kommt. Dauert der Lockdown hingegen bis zum Frühjahr, geht das DIW von einem Abschlag um eineinhalb Prozentpunkte aus. In der Folge könnten laut DIW viele Unternehmen und sogar Banken in eine erhebliche Schieflage geraten. Dies könnte eine noch tiefere Wirtschaftskrise nach sich ziehen. Das ifo erwartet unter der Annahme, dass die seit November geltenden Infektionsschutzmaßnahmen unverändert bis März 2021 in Kraft bleiben und danach allmählich gelockert werden, für 2021 ein reales Wachstum von 4,2 Prozent. Diese Prognosen sind aber mit Vorsicht zu genießen, weil sie implizit unterstellen, dass die Impfungen rasch zu einer Milderung der Pandemie beitragen und im weiteren Verlauf des Jahres 2021 keine dritte Welle mit einem weiteren Lockdown folgen wird. Es handelt sich also um Best-Case-Szenarien. Vorsichtiger fallen die Prognosen der Deutschen Bundesbank (3,0 Prozent) und des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (3,1 Prozent).
Das Wachstum wurde in den letzten Jahren vom inländischen Konsum getragen. 2019 überkompensierte der Konsum die negativen Effekte der Investitionen und des Außenbeitrags. In den Jahren davor trugen neben dem Konsum auch die Investitionen zum Wachstum bei (Abbildung 1-1; siehe auch den Kasten mit Erläuterungen). Vom Außenbeitrag gingen hingegen in den letzten Jahren zumeist negative Wachstumsimpulse aus. Der Export war zwar stark, aber es wurde auch viel importiert.
Im Jahr 2020 hat sich das Bild durch die schwere Rezession etwas verändert. Vor allem im zweiten Quartal 2020 brachen Konsum, Investitionen, Exporte und Importe ein. Das reale BIP schrumpfte um 9,8 Prozent. Der Aufholprozess im dritten Quartal (das reale BIP stieg um 8,5 Prozent) wurde vom Konsum und erstmals seit längerem auch wieder vom Außenbeitrag getragen, während von den Investitionen weiterhin negative Wachstumsimpulse ausgingen. Über das ganze Jahr hinweg trug der Konsum zu Hälfte der Schrumpfung bei, die Investitionen zu einem knappen Drittel und der Außenbeitrag zu einem guten Fünftel.
Unklar bleibt, welche Dynamik der Konsum entfalten kann. Im zweiten Quartal 2020 hat sich die Sparquote fast verdoppelt. Sobald die Konsumenten wieder uneingeschränkt Güter und Dienstleistungen nachfragen können, dürfte sich die Sparquote zurückbilden und die Konsumbereitschaft spürbar wachsen. Die Pandemie hat die unteren Einkommen (Nettoeinkommen bis 999 Euro) nach Berechnungen des Sachverständigenrats belastet und infolgedessen auch den Konsum (Abbildung 1-3). Bei den Einkommensklassen mit einem Nettoeinkommen von 1.000 bis 1.999 Euro und noch mehr bei Nettoeinkommen zwischen 2.000 und 2.999 Euro sind die Einkommen zum Teil zwar auch um bis zu 20 Prozent, teilweise auch mehr als 20 Prozent gesunken. Dem steht aber eine recht große Gruppe (zwischen 15 und 20 Prozent) mit gestiegenen Einkommen gegenüber. Insgesamt sind die Nettoeinkommen in den mittleren Einkommensgruppen im Zuge der ersten Infektionswelle recht stabil geblieben. In Verbindung mit der hohen Sparquote dürfte die Konsumbereitschaft in diesen Gruppen nicht nur mit dem Auslaufen der Pandemie steigen, sondern auch realisiert werden können. Voraussetzung ist, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben. Zusätzliche Lohnerhöhungen würden kaum weitere Nachfrageimpulse auslösen – insbesondere dann nicht, wenn die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust wächst.
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